Welches Tier Wühlt Nachts Im Garten
Viele Gartenbesitzer kennen das Problem: Am Morgen findet man umgegrabene Beete, Löcher im Rasen oder angefressene Pflanzen. Die Frage ist dann: Welches Tier wühlt nachts im Garten und wie kann man es identifizieren und gegebenenfalls vertreiben? Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die häufigsten nächtlichen Gartenverwüster zu erkennen und Lösungsansätze aufzuzeigen.
Häufige Verdächtige: Die nächtlichen Gartenwühler
Die Liste der Tiere, die nachts im Garten aktiv werden und Schäden anrichten können, ist vielfältig. Zu den häufigsten gehören:
- Igel
- Mäuse (verschiedene Arten)
- Ratten
- Wühlmäuse
- Maulwürfe
- Marder
- Waschbären
- Wildschweine (vor allem in ländlichen Gebieten)
- Füchse
- Schnecken (obwohl sie keine "Wühler" im eigentlichen Sinne sind, verursachen sie erhebliche Schäden an Pflanzen)
Igel: Nützling oder Störenfried?
Igel sind im Garten eigentlich gern gesehene Gäste, da sie sich von Schädlingen wie Schnecken und Insekten ernähren. Allerdings können sie beim Stöbern nach Nahrung auch mal den ein oder anderen Blumenkübel umwerfen oder im Laub wühlen. Sie hinterlassen keine Löcher im Rasen oder umgegrabene Beete, sondern eher oberflächliche Spuren ihrer Aktivität.
Erkennungsmerkmale: Umgestoßene Töpfe, aufgewühltes Laub, Kot (dunkel und wurmförmig), eventuell lautes Rascheln im Laub. Igel sind geschützt und dürfen nicht gefangen oder getötet werden.
Mäuse und Ratten: Kleine Nager mit großem Appetit
Mäuse sind oft unauffällige Bewohner von Gärten, können aber besonders im Gemüsebeet Schäden anrichten, indem sie Samen fressen oder an Gemüse knabbern. Ratten sind deutlich größer und können durch das Anlegen von unterirdischen Gängen und das Fressen von Abfällen und Komposthaufen zu einer echten Plage werden.
Erkennungsmerkmale: Kleine Nagespuren an Pflanzen, Löcher in der Erde (Mäuse), größere Gänge und Löcher in der Nähe von Komposthaufen oder Gebäuden (Ratten), Kot (klein und dunkel bei Mäusen, größer und spindelförmig bei Ratten).
Bekämpfung: Fallen (lebend oder Schlagfallen), Entfernung von Nahrungsquellen (Komposthaufen sichern, keine Essensreste im Garten liegen lassen). Bei Rattenbefall sollte man sich professionelle Hilfe holen, da diese Krankheiten übertragen können.
Wühlmäuse: Die unterirdischen Tunnelbauer
Wühlmäuse sind Pflanzenfresser und verursachen Schäden, indem sie Wurzeln anfressen, wodurch Pflanzen absterben können. Sie legen ein weitverzweigtes Tunnelsystem unter der Erde an.
Erkennungsmerkmale: Kleine Erdhügel (ähnlich wie Maulwurfshügel, aber oft kleiner und unregelmäßiger), absterbende Pflanzen ohne erkennbare oberirdische Schäden, Gänge direkt unter der Oberfläche (manchmal sichtbar).
Bekämpfung: Wühlmausfallen, Vergrämungsmittel (z.B. Knoblauch oder Hundshaar in die Gänge legen), natürliche Feinde fördern (z.B. Katzen oder Greifvögel).
Maulwürfe: Hügelbauer ohne böse Absicht
Maulwürfe sind keine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Insekten, Würmern und Larven, die sie im Boden finden. Die von ihnen aufgeworfenen Erdhügel sind für viele Gartenbesitzer jedoch ein Ärgernis.
Erkennungsmerkmale: Charakteristische Erdhügel, unterirdische Gänge. Maulwürfe sind geschützt und dürfen nicht getötet werden. Sie sind jedoch nützlich, da sie Schädlinge im Boden bekämpfen.
Bekämpfung: Vergrämungsmittel (z.B. Lärm oder Gerüche), Lebendfallen (die Tiere müssen dann an einem anderen Ort freigelassen werden).
Marder: Kletterkünstler mit Vorliebe für Autos
Marder sind nachtaktive Raubtiere, die nicht nur im Garten, sondern auch auf Dachböden und unter Motorhauben Unfug treiben können. Im Garten können sie nach Nahrung suchen oder ihren Kot hinterlassen.
Erkennungsmerkmale: Kot (oft an erhöhten Stellen wie Mauern oder Dächern), Fußspuren, Geräusche (auf dem Dachboden), eventuell angefressene Kabel am Auto. Marder sind geschützt.
Bekämpfung: Vergrämungsmittel (z.B. Ultraschallgeräte oder Duftstoffe), Zugänge zum Dachboden versperren, Motorraum des Autos schützen (z.B. mit Marderschutzgittern).
Waschbären: Allesfresser mit Geschick
Waschbären sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig. Im Garten können sie Mülltonnen durchwühlen, Komposthaufen plündern oder an Obstbäumen naschen.
Erkennungsmerkmale: Umgestoßene Mülltonnen, ausgeräumte Komposthaufen, Fußspuren (ähnlich einer kleinen Hand), Kot (ähnlich Hundekot).
Bekämpfung: Mülltonnen sichern, Komposthaufen abdecken, Zäune erhöhen, keine Essensreste im Garten liegen lassen. In manchen Regionen ist die Jagd auf Waschbären erlaubt.
Wildschweine: Die Verwüster vom Land
Wildschweine sind vor allem in ländlichen Gebieten ein Problem. Sie können ganze Gärten umpflügen, um nach Nahrung zu suchen (z.B. Würmer, Larven, Wurzeln). Die Schäden sind oft enorm.
Erkennungsmerkmale: Umgepflügte Flächen, tiefe Löcher, Fußspuren (ähnlich denen von Hausschweinen), Suhlen (Schlammbäder).
Bekämpfung: Zäune (möglichst elektrisch), Vergrämungsmittel (z.B. Gerüche), Bejagung (durch Jäger). Hier ist in der Regel professionelle Hilfe erforderlich.
Füchse: Scheue Jäger im Garten
Füchse sind Raubtiere und können im Garten nach Mäusen, Ratten oder Vögeln jagen. Sie können auch an Komposthaufen oder Mülltonnen Interesse zeigen.
Erkennungsmerkmale: Fußspuren (ähnlich denen von Hunden), Kot (oft mit Knochen oder Haaren), eventuell gerissene Beute.
Bekämpfung: Keine Essensreste im Garten liegen lassen, Komposthaufen und Mülltonnen sichern. Füchse sind geschützt, aber die Jagd ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.
Schnecken: Langsame Zerstörer
Obwohl Schnecken keine Löcher graben, verursachen sie erhebliche Schäden an Pflanzen, indem sie Blätter und Blüten anfressen.
Erkennungsmerkmale: Fraßspuren an Blättern und Blüten, Schleimspuren.
Bekämpfung: Schneckenkorn (vorsichtig verwenden, da es auch für andere Tiere giftig sein kann), Absammeln, Schneckenzäune, natürliche Feinde fördern (z.B. Igel, Laufkäfer, Vögel).
Wie identifiziert man den Übeltäter?
Die Identifizierung des Tieres, das im Garten wühlt, ist der erste Schritt zur Lösung des Problems. Beobachten Sie Ihren Garten genau, suchen Sie nach Spuren (Fußabdrücke, Kot, Fraßspuren) und achten Sie auf Geräusche in der Nacht. Eine Wildkamera kann ebenfalls hilfreich sein, um den nächtlichen Besucher zu identifizieren.
Präventive Maßnahmen: Den Garten unattraktiv machen
Viele Probleme lassen sich vermeiden, indem man den Garten für bestimmte Tiere unattraktiv macht:
- Zäune: Ein Zaun kann verhindern, dass größere Tiere wie Wildschweine oder Rehe in den Garten gelangen.
- Komposthaufen sichern: Ein geschlossener Komposthaufen verhindert, dass Ratten und andere Nager angelockt werden.
- Mülltonnen sichern: Mülltonnen sollten fest verschlossen sein, damit Waschbären und andere Tiere keinen Zugang haben.
- Keine Essensreste liegen lassen: Vermeiden Sie es, Essensreste im Garten liegen zu lassen, da diese Tiere anlocken können.
- Natürliche Feinde fördern: Katzen, Igel und Greifvögel können helfen, die Population von Mäusen und Ratten zu kontrollieren.
Wichtiger Hinweis: Artenschutz beachten!
Viele der genannten Tiere stehen unter Artenschutz und dürfen nicht getötet oder verletzt werden. Informieren Sie sich vor Bekämpfungsmaßnahmen über die geltenden Gesetze und Vorschriften. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an einen Fachmann (z.B. Schädlingsbekämpfer, Jäger oder Naturschutzorganisation).
Dieser Artikel soll Ihnen eine erste Orientierung geben. Die konkreten Maßnahmen zur Bekämpfung von Gartenverwüstern hängen von der Art des Tieres und der individuellen Situation ab.
