Wer Hat Berliner Mauer Gebaut
Herzlich willkommen in Berlin! Eine der faszinierendsten und geschichtsträchtigsten Städte Europas. Wenn du planst, Berlin zu besuchen, oder gerade hier bist, wirst du sicherlich mit der Berliner Mauer konfrontiert. Ein Symbol der Teilung, des Kalten Krieges und schließlich des triumphalen Falls, der die Welt veränderte. Aber wer war eigentlich für den Bau dieser Mauer verantwortlich? Lass uns das gemeinsam erkunden!
Die Ausgangslage: Nachkriegsdeutschland und die Teilung Berlins
Um zu verstehen, wer die Berliner Mauer gebaut hat, müssen wir uns zunächst die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg vor Augen führen. Deutschland war besiegt und in vier Besatzungszonen aufgeteilt: eine amerikanische, eine britische, eine französische und eine sowjetische. Auch Berlin, obwohl mitten in der sowjetischen Zone gelegen, wurde in vier Sektoren aufgeteilt, die den Siegermächten unterstanden.
Zunächst kooperierten die Alliierten noch, aber mit der Zeit kristallisierten sich immer deutlichere ideologische Unterschiede zwischen den westlichen Mächten (USA, Großbritannien und Frankreich) und der Sowjetunion heraus. Die westlichen Zonen orientierten sich zunehmend am kapitalistischen System, während die sowjetische Zone einen sozialistischen Weg einschlug. Dieser Konflikt mündete schließlich in den Kalten Krieg.
Berlin wurde so zu einem Brennpunkt des Kalten Krieges, einer Insel des Kapitalismus inmitten der sozialistischen DDR (Deutsche Demokratische Republik). Die Grenzen zwischen den Sektoren in Berlin waren zunächst noch relativ offen. Dies führte zu einer regen Pendlerbewegung und einem regen Handel zwischen Ost- und West-Berlin. Aber je größer die wirtschaftlichen und politischen Unterschiede wurden, desto mehr Menschen verließen die DDR über Berlin, um im Westen ein besseres Leben zu suchen.
Die Fluchtbewegung und der Druck auf die DDR-Führung
Die Zahl der Menschen, die die DDR verließen, stieg in den 1950er Jahren rapide an. Besonders qualifizierte Arbeitskräfte wie Ärzte, Ingenieure und Lehrer suchten im Westen ihr Glück. Dieser Brain Drain, der Verlust von hochqualifizierten Fachkräften, gefährdete die wirtschaftliche Stabilität der DDR zunehmend.
Die DDR-Führung unter Walter Ulbricht stand unter enormem Druck. Sie versuchte zunächst, die Fluchtbewegung durch Repression und Propaganda einzudämmen, aber ohne großen Erfolg. Die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin war zu lang und zu durchlässig, um sie effektiv zu kontrollieren. Die Fluchtbewegung wurde immer mehr zu einer existentiellen Bedrohung für die DDR.
Die Entscheidung zum Mauerbau: Die DDR und die Zustimmung Moskaus
Die Entscheidung, die Berliner Mauer zu bauen, war keine spontane Aktion. Sie wurde vielmehr sorgfältig geplant und vorbereitet. Die treibende Kraft hinter dem Mauerbau war die DDR-Führung unter Walter Ulbricht. Er sah in der Abriegelung der Grenze die einzige Möglichkeit, die Fluchtbewegung zu stoppen und das Überleben der DDR zu sichern.
Allerdings konnte die DDR diese Entscheidung nicht alleine treffen. Sie war stark von der Sowjetunion abhängig, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Deshalb musste Ulbricht die Zustimmung Moskaus einholen. Nach langem Zögern und Drängen gab der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow schließlich grünes Licht für den Mauerbau. Er erkannte die Notwendigkeit, die DDR zu stabilisieren und den Einfluss des Westens in Berlin einzudämmen.
Die offizielle Begründung für den Mauerbau lautete, dass er dem Schutz vor faschistischen und revanchistischen Kräften aus dem Westen diene. In Wirklichkeit ging es aber darum, die eigene Bevölkerung am Verlassen des Landes zu hindern.
Der 13. August 1961: Der Tag, an dem Berlin geteilt wurde
Am 13. August 1961, einem Sonntag, begannen die DDR-Behörden mit dem Bau der Berliner Mauer. Unter dem Deckmantel der Geheimhaltung wurden in den frühen Morgenstunden Stacheldrahtverhaue und provisorische Mauern errichtet. Volkspolizisten und Angehörige der Nationalen Volksarmee (NVA) riegelten die Grenze ab.
Die Bevölkerung war geschockt und überrascht. Viele Menschen wurden von ihren Familien und Freunden getrennt. Die bis dahin offene Grenze wurde über Nacht zu einer unüberwindbaren Barriere. Die Welt hielt den Atem an.
Die Ausführung: Wer baute die Mauer konkret?
Obwohl die Entscheidung zum Mauerbau von der DDR-Führung unter Zustimmung der Sowjetunion getroffen wurde, war die konkrete Ausführung Sache der DDR-Behörden. Konkret wurde die Berliner Mauer von Bauarbeitern der DDR unter Aufsicht der Volkspolizei und der Nationalen Volksarmee (NVA) gebaut.
Die Volkspolizei war für die Sicherung des Baugeländes und die Kontrolle der Bevölkerung zuständig. Die NVA unterstützte die Volkspolizei und stellte zusätzlich Soldaten zur Verfügung, die beim Bau der Mauer mithalfen. Die Bauarbeiter selbst waren zivile Angestellte von staatlichen Bauunternehmen.
Die Mauer wurde im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut und verstärkt. Aus dem anfänglichen Stacheldrahtverhau wurde ein komplexes System aus Mauern, Zäunen, Wachtürmen, Minenfeldern und Selbstschussanlagen. Die Berliner Mauer war mehr als nur eine Mauer, sie war eine Todeszone.
Die Konsequenzen des Mauerbaus: Teilung, Leid und Widerstand
Der Bau der Berliner Mauer hatte verheerende Konsequenzen für die Menschen in Berlin und in ganz Deutschland. Familien wurden getrennt, Freundschaften zerbrachen, und die Stadt wurde in zwei feindliche Lager geteilt. Die Berliner Mauer wurde zum Symbol der Teilung Deutschlands und Europas.
Viele Menschen versuchten, die Mauer zu überwinden, um in den Westen zu fliehen. Dabei kamen schätzungsweise 140 Menschen ums Leben, erschossen von DDR-Grenzsoldaten oder durch Unfälle beim Fluchtversuch.
Trotz der Repression und der Gefahr gab es auch Widerstand gegen die Mauer. Menschen demonstrierten für die Öffnung der Grenze, organisierten Fluchthilfe und versuchten, die Mauer auf kreative Weise zu überwinden. Der Widerstand gegen die Mauer war ein Zeichen der Hoffnung in einer dunklen Zeit.
Der Fall der Mauer: Ein Wendepunkt der Geschichte
Nachdem die Sowjetunion unter der Führung von Michail Gorbatschow einen Reformkurs eingeschlagen hatte (Glasnost und Perestroika), geriet die DDR-Führung zunehmend unter Druck. Die Bevölkerung forderte mehr Freiheit und Demokratie. Die Massenfluchtbewegung über Ungarn und andere Ostblockstaaten schwächte die DDR zusätzlich.
Am 9. November 1989 kam es schließlich zum Fall der Berliner Mauer. Nach einer versehentlichen Falschmeldung in einer Pressekonferenz von Günter Schabowski öffneten sich die Grenzübergänge unter dem Druck der Menschenmassen. Die Berliner tanzten auf der Mauer und feierten die Wiedervereinigung ihrer Stadt.
Der Fall der Berliner Mauer war ein Wendepunkt der Geschichte. Er markierte das Ende des Kalten Krieges und den Beginn der deutschen Wiedervereinigung. Die Berliner Mauer ist heute ein Mahnmal für die Teilung und die Unfreiheit, aber auch ein Symbol für die Kraft des Friedens und der Freiheit.
Spuren der Mauer heute: Orte der Erinnerung
Auch heute noch gibt es in Berlin zahlreiche Orte, die an die Berliner Mauer erinnern. Zu den bekanntesten gehören:
- Die East Side Gallery: Ein 1,3 Kilometer langes Mauerstück, das von Künstlern aus aller Welt bemalt wurde.
- Die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße: Ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer der Mauer.
- Der Checkpoint Charlie: Der bekannteste Grenzübergang zwischen Ost- und West-Berlin.
- Das Mauermuseum - Haus am Checkpoint Charlie: Ein Museum, das die Geschichte der Berliner Mauer und die Fluchtversuche dokumentiert.
Ein Besuch dieser Orte ist eine bewegende Erfahrung und hilft, die Geschichte der Berliner Mauer und ihre Bedeutung für die heutige Zeit besser zu verstehen.
Fazit: Die Verantwortung für die Teilung
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Berliner Mauer wurde unter maßgeblicher Beteiligung und Organisation der DDR-Führung und mit Zustimmung der Sowjetunion gebaut. Die Mauer war ein tragisches Symbol des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands. Sie steht für Unfreiheit, Leid und Tod, aber auch für Widerstand, Hoffnung und schließlich für die Überwindung der Teilung. Ein Besuch in Berlin ist ohne die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte unvollständig.
Wir hoffen, dieser Artikel hat dir geholfen, die Frage "Wer hat die Berliner Mauer gebaut?" besser zu verstehen. Viel Spaß bei deiner Erkundungstour durch Berlin!
