Wer Hat Die Deutsche Hymne Geschrieben
Hallo liebe Reisefreunde! Ich bin's, eure treue Reisebloggerin, und heute nehmen wir euch mit auf eine etwas andere Art von Reise. Keine Sorge, wir packen trotzdem unsere Neugier ein, nur tauschen wir die Wanderschuhe gegen Geschichtsbücher und begeben uns auf die Spurensuche nach dem Schöpfer eines der bekanntesten Lieder Deutschlands: der Deutschen Nationalhymne. Genauer gesagt, fragen wir: Wer hat die Deutsche Hymne geschrieben?
Vielleicht habt ihr euch das auch schon einmal gefragt, während ihr auf einem deutschen Markt standet, eine Brezel in der Hand und die Klänge der Hymne im Ohr. Oder vielleicht, während ihr durch die geschichtsträchtigen Straßen Berlins geschlendert seid und euch die Frage in den Sinn kam, wer wohl derjenige war, der diese so bedeutsamen Worte verfasst hat.
Die Antwort ist tatsächlich zweiteilig. Denn die Deutsche Nationalhymne besteht aus zwei Elementen: dem Text und der Melodie. Und diese stammen von zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten. Das macht die Geschichte gleich doppelt so spannend!
Die Melodie: Haydns Kaiserhymne
Beginnen wir mit der Melodie. Die ist nämlich älter als der Text und hat eine ganz eigene, faszinierende Geschichte. Die Melodie, die wir heute mit dem Text der Nationalhymne verbinden, stammt von keinem Geringeren als Joseph Haydn, einem der bedeutendsten Komponisten der Wiener Klassik. Und jetzt kommt's: Haydn schrieb diese Melodie ursprünglich gar nicht für Deutschland! Sondern für den österreichischen Kaiser Franz II.
Es war im Jahr 1797, eine Zeit, in der Europa von Kriegen und politischen Umwälzungen erschüttert wurde. Haydn erhielt den Auftrag, eine Hymne zu komponieren, die den Kaiser und die Stabilität des Habsburgerreiches preisen sollte. Er schuf daraufhin das sogenannte "Kaiserquartett" (Streichtrio in C-Dur, Hob. III:77), dessen zweiter Satz, das "Poco adagio cantabile", die Melodie enthält, die wir heute als Nationalhymne kennen. Dieser Satz basiert auf der Melodie der "Kaiserhymne".
Die Melodie wurde schnell populär und erfreute sich großer Beliebtheit, sowohl in Österreich als auch in anderen Teilen Europas. Sie wurde zu einem Symbol des Kaisers und des Reiches. Was viele vielleicht nicht wissen: Haydn war so stolz auf diese Melodie, dass er sie bis an sein Lebensende jeden Tag spielte. Es wird sogar berichtet, dass er sich am Sterbebett noch einmal an das Klavier setzte, um sie zu spielen!
Stellt euch das mal vor! Der berühmte Komponist, inmitten des Lärms und der Unruhe seiner Zeit, kreiert diese wunderschöne Melodie, die Jahrhunderte überdauern und zu einem Symbol einer Nation werden sollte. Und das alles für einen ganz anderen Zweck! Geschichte kann so faszinierend sein.
Der Text: Hoffmann von Fallerslebens "Lied der Deutschen"
Nun kommen wir zum Text, der bekanntlich erst später zur Haydn-Melodie hinzukam. Dieser stammt von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Wer? Ja, der Name ist vielleicht nicht so geläufig wie Haydn, aber auch Hoffmann von Fallersleben war eine interessante und vielseitige Persönlichkeit.
Hoffmann von Fallersleben war ein deutscher Dichter und Germanist. Er lebte von 1798 bis 1874 und verbrachte sein Leben mit dem Studium der deutschen Sprache und Literatur. Doch er war nicht nur ein Gelehrter, sondern auch ein politisch engagierter Mensch. Er setzte sich für die Einheit Deutschlands und für liberale Ideen ein.
Und genau in dieser Zeit, im Jahr 1841, während eines Aufenthalts auf der Insel Helgoland, schrieb Hoffmann von Fallersleben das "Lied der Deutschen". Helgoland war damals eine britische Insel, aber von vielen Deutschen frequentiert. Der Text spiegelt die damalige Sehnsucht nach einem geeinten Deutschland wider, das zu dieser Zeit noch in viele kleine Einzelstaaten zersplittert war. Die ersten beiden Strophen des Liedes beschworen die geografischen Grenzen eines idealen Deutschlands, reichend "von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt."
Die dritte Strophe, die mit den Worten "Einigkeit und Recht und Freiheit" beginnt, drückt den Wunsch nach nationaler Einheit und bürgerlichen Freiheiten aus. Diese dritte Strophe ist es, die heute die offizielle Nationalhymne Deutschlands bildet.
Es ist wichtig zu wissen, dass Hoffmann von Fallersleben sein Lied in einer Zeit des Umbruchs und der politischen Unruhe schrieb. Die Menschen sehnten sich nach einer besseren Zukunft, nach Einheit und Freiheit. Und sein Lied traf genau diesen Nerv. Es wurde schnell populär und verbreitete sich in ganz Deutschland. Es wurde gesungen und rezitiert, auf Festen und Kundgebungen. Es wurde zu einem Symbol der nationalen Bewegung.
Warum die dritte Strophe?
Die Geschichte der Nationalhymne ist eng mit der Geschichte Deutschlands verknüpft. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Zeit des Nationalsozialismus wurde die gesamte Hymne aufgrund der Assoziationen mit dem Nazi-Regime lange Zeit kritisch betrachtet. Schließlich entschied man sich dafür, nur die dritte Strophe als offizielle Nationalhymne zu übernehmen. Diese Strophe betont die Werte der Einigkeit, des Rechts und der Freiheit, die für das moderne Deutschland von zentraler Bedeutung sind.
Einigkeit und Recht und Freiheit - diese Worte sind mehr als nur eine Zeile in einem Lied. Sie sind ein Ausdruck der Werte, auf denen die Bundesrepublik Deutschland basiert. Sie sind ein Aufruf zur Zusammengehörigkeit, zur Achtung der Gesetze und zur Verteidigung der Freiheit.
Fazit: Eine Hymne mit Geschichte
Wenn ihr also das nächste Mal die Deutsche Nationalhymne hört, denkt daran: Die Melodie stammt von Joseph Haydn, einem österreichischen Komponisten, der sie ursprünglich für den Kaiser schrieb. Der Text stammt von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, einem deutschen Dichter, der sich nach einem geeinten und freien Deutschland sehnte. Und die dritte Strophe, die wir heute singen, ist ein Ausdruck der Werte, die für das moderne Deutschland von zentraler Bedeutung sind.
Die Geschichte der Deutschen Nationalhymne ist eine Geschichte voller Wendungen, voller politischer und gesellschaftlicher Veränderungen. Sie ist ein Spiegelbild der deutschen Geschichte und ein Ausdruck der deutschen Identität. Und sie erinnert uns daran, dass Musik und Worte eine unglaubliche Kraft haben können, Menschen zu verbinden und zu bewegen.
Also, liebe Reisende, lasst uns die Deutsche Nationalhymne mit neuem Respekt und Verständnis hören. Und lasst uns die Geschichte, die hinter ihr steckt, weitertragen. Denn das ist es, was Reisen so wertvoll macht: Wir entdecken nicht nur neue Orte, sondern auch neue Geschichten. Und diese Geschichten bereichern unser Leben und erweitern unseren Horizont.
Bis zum nächsten Mal, eure reiselustige Bloggerin!
