Wer Ist Nicht In Der Uno
Die Vereinten Nationen (UNO) sind eine zwischenstaatliche Organisation, die 1945 gegründet wurde, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln und die internationale Zusammenarbeit zu fördern. Mit fast allen international anerkannten Staaten als Mitglieder ist die UNO eine der bedeutendsten globalen Institutionen. Doch wer ist eigentlich nicht in der UNO vertreten? Dieser Artikel beleuchtet, welche Gebiete und politischen Einheiten keine Mitgliedschaft haben und warum.
Die wichtigsten Gründe für die Nichtmitgliedschaft
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Gebiet oder eine politische Einheit nicht Mitglied der Vereinten Nationen sein kann. Zu den häufigsten gehören:
- Mangelnde Anerkennung als Staat: Die UNO nimmt in der Regel nur souveräne Staaten auf. Wenn ein Gebiet von der internationalen Gemeinschaft nicht als unabhängiger Staat anerkannt wird, kann es keine Mitgliedschaft beantragen.
- Territoriale Streitigkeiten: Gebiete, die Gegenstand territorialer Streitigkeiten sind, können Schwierigkeiten haben, die notwendige Unterstützung für eine UNO-Mitgliedschaft zu erhalten.
- Fehlende Souveränität: Gebiete, die von einem anderen Staat abhängig sind (z. B. abhängige Gebiete oder Territorien), sind nicht berechtigt, Mitglieder zu werden.
- Politische Instabilität: Politische Instabilität, Bürgerkriege oder interne Konflikte können die Fähigkeit eines Gebiets beeinträchtigen, die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft zu erfüllen.
- Selbstauferlegtes Ausscheiden: In seltenen Fällen hat sich ein Staat möglicherweise freiwillig aus der UNO zurückgezogen, obwohl dies in der modernen Geschichte nicht vorgekommen ist.
Gebiete und Entitäten ohne UNO-Mitgliedschaft
Im Folgenden werden einige der bemerkenswertesten Gebiete und politischen Einheiten aufgeführt, die derzeit keine Mitglieder der UNO sind:
Der Staat Palästina
Der Staat Palästina ist ein Gebiet im Nahen Osten, dessen Status umstritten ist. Während Palästina von vielen Staaten weltweit als Staat anerkannt wird, ist es kein Vollmitglied der Vereinten Nationen. Palästina hat jedoch den Status eines nicht-staatlichen Beobachterstaates in der UNO. Dies ermöglicht es palästinensischen Vertretern, an den Sitzungen der Generalversammlung teilzunehmen und Dokumente zu verteilen, aber nicht, abzustimmen. Die Frage der vollständigen UNO-Mitgliedschaft Palästinas ist eng mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt und den Bemühungen um eine friedliche Lösung verbunden.
Taiwan (Republik China)
Die Situation Taiwans ist komplex. Bis 1971 war die Republik China (Taiwan) Mitglied der UNO und hatte den Sitz Chinas im Sicherheitsrat inne. Aufgrund einer Resolution der Generalversammlung wurde dieser Sitz jedoch an die Volksrepublik China (Festlandchina) übertragen. Seitdem ist Taiwan kein Mitglied der UNO mehr. Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als eine abtrünnige Provinz und lehnt dessen Anerkennung als unabhängiger Staat ab. Viele Länder haben diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufgenommen und unterhalten daher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan. Trotzdem unterhält Taiwan inoffizielle Beziehungen zu vielen Ländern und ist eine bedeutende Wirtschaftsmacht.
Vatikanstadt (Heiliger Stuhl)
Der Vatikanstaat, auch bekannt als der Heilige Stuhl, ist ein unabhängiger Stadtstaat innerhalb Roms, Italien. Er ist das spirituelle und administrative Zentrum der römisch-katholischen Kirche. Der Heilige Stuhl ist kein Mitglied der Vereinten Nationen, hat aber den Status eines ständigen Beobachters. Dies ermöglicht es dem Vatikan, an den Sitzungen der UNO teilzunehmen und sich zu verschiedenen Themen zu äußern, ohne jedoch stimmberechtigt zu sein. Der Heilige Stuhl hat sich traditionell für Frieden, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit eingesetzt und seine Beobachterrolle genutzt, um diese Anliegen innerhalb der UNO zu fördern.
Kosovo
Kosovo erklärte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien. Diese Unabhängigkeit wird von vielen, aber nicht allen Staaten anerkannt. Serbien betrachtet Kosovo weiterhin als Teil seines Territoriums. Aufgrund des Widerstands von Serbien und einigen anderen Ländern (insbesondere Russland und China, die Vetomächte im Sicherheitsrat sind) ist Kosovo kein Mitglied der Vereinten Nationen. Kosovo ist jedoch Mitglied vieler internationaler Organisationen und hat diplomatische Beziehungen zu einer Mehrheit der UNO-Mitgliedsstaaten.
Weitere Gebiete und Entitäten
Neben den oben genannten gibt es noch weitere Gebiete und Entitäten, die keine Mitglieder der UNO sind, darunter:
- Abhängige Gebiete: Viele Länder haben abhängige Gebiete oder Territorien, die nicht unabhängig sind und daher keine UNO-Mitgliedschaft beantragen können. Beispiele hierfür sind Bermuda (britisches Überseegebiet) und Guam (US-amerikanisches Außengebiet).
- De-facto-Staaten: Es gibt Gebiete, die sich als unabhängig betrachten und eine gewisse Kontrolle über ihr Territorium ausüben, aber von der internationalen Gemeinschaft nicht allgemein als Staaten anerkannt werden. Diese werden oft als De-facto-Staaten bezeichnet. Beispiele hierfür sind Somaliland und Transnistrien.
- Einheiten mit begrenzter Anerkennung: Einige politische Einheiten werden von einer begrenzten Anzahl von Staaten als unabhängig anerkannt, verfügen aber nicht über die breite internationale Anerkennung, die für eine UNO-Mitgliedschaft erforderlich ist.
Die Bedeutung der UNO-Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft in der UNO ist für Staaten von großer Bedeutung. Sie bietet Zugang zu einer Vielzahl von Foren für die internationale Zusammenarbeit, ermöglicht es Staaten, an der Gestaltung globaler Politik mitzuwirken, und bietet Schutz durch das Völkerrecht. Die UNO spielt eine wichtige Rolle bei der Friedenssicherung, der humanitären Hilfe, der Entwicklungshilfe und der Förderung der Menschenrechte. Für Staaten, die keine Mitglieder sind, kann der Zugang zu diesen Ressourcen und Möglichkeiten eingeschränkt sein.
Die UNO ist nicht nur ein Forum für Staaten, sondern auch eine wichtige Plattform für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und andere zivilgesellschaftliche Akteure. NGOs können in beratender Funktion mit der UNO zusammenarbeiten und zu verschiedenen Themen beitragen. Die UNO arbeitet auch mit der Privatwirtschaft zusammen, um globale Herausforderungen zu bewältigen.
Der Prozess der UNO-Mitgliedschaft
Der Prozess der Aufnahme eines neuen Mitglieds in die UNO ist in der Charta der Vereinten Nationen festgelegt. Er umfasst die folgenden Schritte:
- Antrag: Ein Staat, der Mitglied werden möchte, muss einen Antrag an den Generalsekretär der Vereinten Nationen stellen.
- Empfehlung des Sicherheitsrates: Der Sicherheitsrat muss die Aufnahme des Staates empfehlen. Dies erfordert die Zustimmung von mindestens neun der 15 Mitglieder des Sicherheitsrates, einschließlich der fünf ständigen Mitglieder (China, Frankreich, Russland, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten). Jeder der ständigen Mitglieder kann ein Veto gegen die Empfehlung einlegen.
- Entscheidung der Generalversammlung: Wenn der Sicherheitsrat die Aufnahme empfiehlt, muss die Generalversammlung mit einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden und abstimmenden Mitglieder zustimmen.
Der Prozess kann politisch komplex und langwierig sein, insbesondere wenn es Einwände von einzelnen Mitgliedsstaaten gibt.
Fazit
Obwohl die Vereinten Nationen fast alle international anerkannten Staaten als Mitglieder haben, gibt es eine Reihe von Gebieten und politischen Einheiten, die nicht Teil der Organisation sind. Die Gründe für die Nichtmitgliedschaft sind vielfältig und reichen von fehlender internationaler Anerkennung über territoriale Streitigkeiten bis hin zu politischen Hindernissen. Die UNO-Mitgliedschaft ist jedoch von großer Bedeutung, da sie Zugang zu einer Vielzahl von Ressourcen und Möglichkeiten für die internationale Zusammenarbeit bietet. Die Frage der Aufnahme neuer Mitglieder in die UNO bleibt ein wichtiges Thema in der internationalen Politik.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Abwesenheit bestimmter politischer Einheiten in der UNO unterstreicht die komplexen politischen Realitäten und die anhaltenden Herausforderungen bei der Definition und Anerkennung von Staatlichkeit im 21. Jahrhundert.
