Wie Bekomme Ich Mein Kind Aus Dem Elternbett
Ah, das Elternbett. Ein Ort der Geborgenheit, der Wärme, und… der chronischen Platznot? Wenn man ein kleines, aber vehementes Wesen hat, das sich dort dauerhaft eingenistet hat, kennt man das Dilemma. Man liebt das Kuscheln, das kleine Händchen, das sich nachts an einem festklammert, aber irgendwann sehnt man sich nach… Platz. Einfach nur Platz. Und vielleicht, ganz vielleicht, auch mal wieder nach einer ungestörten Nacht mit dem Partner.
Erinnern Sie sich noch an das Kinderzimmer? Das mit dem liebevoll ausgewählten Mobiliar, der beruhigenden Wandfarbe und dem kleinen Nachtlicht in Form eines freundlichen Nilpferds? Ja, genau, das Zimmer, das jetzt hauptsächlich als Lagerraum für Spielzeug dient, das sowieso nie benutzt wird. Der Plan war ja so gut: Ein eigenes Reich für den kleinen Spross, ein Ort zum Träumen und selbstständig werden. Aber dann kam die Realität, und die hieß: „Mama/Papa, ich hab Angst!“
Die Verhandlungsrunden
Und so beginnt sie, die endlose Spirale der Verhandlungen. „Aber nur noch eine Geschichte!“ wird zu „Aber nur noch bis zum Einschlafen!“ und schließlich zu „Aber ich bleib doch eh schon immer hier!“ Man versucht es mit Engelszungen, mit Versprechungen von magischen Einhörnern (in der Hoffnung, dass die dann im Kinderzimmer auftauchen), und sogar mit – oh mein Gott – Bestechung. Ein neues Bilderbuch? Ein Ausflug zum Eisdiele? Alles für eine Nacht im eigenen Bett!
Ich erinnere mich an eine Freundin, die so verzweifelt war, dass sie nächtelang neben dem Kinderbett saß und leise Schlaflieder summte. Sie erzählte mir später, dass sie selbst fast im Stehen eingeschlafen wäre. Und das Kind? Das wanderte seelenruhig zurück ins Elternbett, kaum dass sie sich davonstahl.
Die kleinen Tricks
Es gibt sie ja, die vermeintlich narrensicheren Tricks. Das "Zauberspray gegen Monster" (einfach Wasser in eine Sprühflasche füllen und als Waffe gegen imaginäre Bedrohungen verkaufen). Das "Sicherheitskuscheltier" (vorzugsweise in Übergröße, damit es das Kind fast erdrückt). Oder der Klassiker: Die allmähliche Verlagerung. Erst liegt das Kind in der Mitte, dann am Rand, dann auf einer Matratze auf dem Boden, und irgendwann… wieder im Kinderzimmer? Die Theorie klingt gut, die Praxis ist oft etwas holpriger.
Mein persönlicher Favorit war der "Schlaf-Tunnel". Ich baute aus Kissen und Decken einen abenteuerlichen Tunnel vom Elternbett bis zum Kinderbett. Die Idee war, dass das Kind sich sicher und geborgen fühlen sollte, während es sich langsam in sein eigenes Reich vortastet. Es funktionierte… für etwa drei Nächte. Danach diente der Tunnel als Hindernisparcours für nächtliche Ausflüge ins elterliche Schlafgemach.
Einmal versuchte ich es mit einer "Schlaf-Party". Ich lud alle Kuscheltiere des Kindes ein, und wir veranstalteten eine kleine Feier im Kinderzimmer, mit gedämpftem Licht und leiser Musik. Das Kind war begeistert – bis es feststellte, dass ich nicht mitfeiern durfte. Die Party wurde kurzerhand ins Elternbett verlegt, die Kuscheltiere inklusive.
Akzeptanz und Humor
Vielleicht ist der Schlüssel ja gar nicht, das Kind sofort aus dem Elternbett zu verbannen, sondern die Situation mit Humor zu nehmen. Ja, es ist anstrengend, ja, es raubt einem den Schlaf, aber es ist auch eine Phase. Eine Phase, die irgendwann vorbei sein wird. Und dann, ja dann, wird man sich vielleicht sogar nach den kleinen Füßen im Gesicht sehnen.
Ich habe gelernt, dass man nicht alles kontrollieren kann. Manchmal muss man einfach akzeptieren, dass das Kind gerade dieses Gefühl der Nähe und Geborgenheit braucht. Und anstatt sich über den Platzmangel zu ärgern, kann man versuchen, die Kuscheleinheiten zu genießen. Denn mal ehrlich, wer kann schon einem kleinen, müden Gesicht widerstehen, das sich an einen kuschelt?
Eine Freundin von mir, deren Tochter bis zum Schulalter regelmäßig im Elternbett nächtigte, sagte einmal: „Ich habe einfach aufgegeben, zu kämpfen. Ich habe mir eine größere Matratze gekauft und es genossen, solange es dauerte.“ Und wissen Sie was? Ihre Tochter ist heute eine selbstständige junge Frau, die nachts brav in ihrem eigenen Bett schläft.
Und wenn alles andere fehlschlägt, gibt es ja immer noch die Möglichkeit, sich ein separates Schlafzimmer einzurichten. Der Partner und man selbst, natürlich. Das Kinderbett ist dann plötzlich der begehrteste Schlafplatz im Haus.
Am Ende ist es wohl wie mit allem in der Erziehung: Es gibt kein Patentrezept. Was für das eine Kind funktioniert, ist für das andere völlig ungeeignet. Wichtig ist, dass man sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzt und sich erlaubt, auch mal zu scheitern. Und vor allem: Dass man den Humor nicht verliert. Denn auch wenn es manchmal schwerfällt: Diese Zeit ist kostbar und wird nie wiederkommen. Und irgendwann, ganz plötzlich, werden wir uns wünschen, dass die kleinen Füße wieder in unserem Bett sind. Bis dahin: Schlaf gut – oder versucht es zumindest!
