Wie Bildet Man Das Plus Que Parfait
Das Plusquamperfekt, auch bekannt als die Vorvergangenheit, ist eine Zeitform im Deutschen, die verwendet wird, um eine Handlung zu beschreiben, die vor einer anderen Handlung in der Vergangenheit stattgefunden hat. Es hilft, eine klare zeitliche Abfolge in Erzählungen und Berichten zu erstellen. In diesem Artikel werden wir die Bildung des Plusquamperfekts Schritt für Schritt erklären, zusammen mit Beispielen und nützlichen Hinweisen.
Die Bildung des Plusquamperfekts
Die Bildung des Plusquamperfekts ist im Grunde genommen relativ einfach. Es besteht aus zwei Teilen:
- Die Präteritumformen der Hilfsverben haben oder sein
- Das Partizip II des Vollverbs
Lass uns jeden dieser Teile genauer betrachten:
1. Die Hilfsverben haben und sein im Präteritum
Die Wahl des Hilfsverbs (haben oder sein) hängt von dem Vollverb ab, das konjugiert wird. Hier sind die Präteritumformen der Hilfsverben:
- haben:
- ich hatte
- du hattest
- er/sie/es hatte
- wir hatten
- ihr hattet
- sie/Sie hatten
- sein:
- ich war
- du warst
- er/sie/es war
- wir waren
- ihr wart
- sie/Sie waren
Wann verwendet man haben und wann sein?
- haben: Die meisten Verben verwenden haben als Hilfsverb. Dazu gehören transitive Verben (Verben, die ein direktes Objekt haben), reflexive Verben und die meisten intransitiven Verben.
- sein: Einige intransitive Verben, die eine Bewegung oder eine Zustandsänderung beschreiben, verwenden sein. Denken Sie an die folgenden Kategorien:
- Verben der Bewegung: gehen, fahren, laufen, reisen, fliegen.
- Verben der Zustandsänderung: werden, sterben, aufwachen, einschlafen.
- Das Verb sein selbst.
2. Das Partizip II
Das Partizip II wird verwendet, um die Vergangenheit eines Verbs auszudrücken. Es wird gebildet, indem man dem Verbstamm die Vorsilbe ge- hinzufügt und eine Endung anhängt. Es gibt regelmäßige (schwache) und unregelmäßige (starke) Verben, die unterschiedliche Bildungsweisen haben.
- Regelmäßige Verben: ge- + Verbstamm + -t.
Beispiel: spielen -> gespielt. - Unregelmäßige Verben: Hier ändert sich oft der Verbstamm, und die Endung ist meistens -en.
Beispiel: gehen -> gegangen. - Verben mit untrennbaren Vorsilben (be-, ge-, er-, ver-, zer-, ent-, emp-, miss-): Hier wird kein ge- vorangestellt.
Beispiel: bezahlen -> bezahlt. - Verben auf -ieren: Auch hier wird kein ge- vorangestellt.
Beispiel: studieren -> studiert.
Beispiele für die Bildung des Plusquamperfekts
Hier sind einige Beispiele, die zeigen, wie das Plusquamperfekt gebildet wird:
- spielen (haben): Ich hatte Fußball gespielt. (Ich hatte Fußball gespielt.)
- gehen (sein): Er war nach Hause gegangen. (Er war nach Hause gegangen.)
- lernen (haben): Wir hatten Deutsch gelernt. (Wir hatten Deutsch gelernt.)
- lesen (haben): Sie hatte das Buch gelesen. (Sie hatte das Buch gelesen.)
- sein (sein): Ich war krank gewesen. (Ich war krank gewesen.)
Die Verwendung des Plusquamperfekts
Das Plusquamperfekt wird verwendet, um eine Handlung zu beschreiben, die vor einer anderen Handlung in der Vergangenheit stattgefunden hat. Es dient dazu, die zeitliche Reihenfolge von Ereignissen in der Vergangenheit klar darzustellen.
Beispiele:
- Nachdem ich gegessen hatte, ging ich ins Kino. (hatte gegessen - Plusquamperfekt; ging - Präteritum)
Nachdem die eine Handlung abgeschlossen war (ich hatte gegessen), erfolgte die nächste Handlung (ich ging ins Kino).
- Als er ankam, war der Zug schon abgefahren. (war abgefahren - Plusquamperfekt; ankam - Präteritum)
Als er ankam, hatte der Zug bereits den Bahnhof verlassen. Die Abfahrt des Zuges erfolgte vor seiner Ankunft.
- Sie war traurig, weil ihr Freund sie verlassen hatte. (hatte verlassen - Plusquamperfekt; war - Präteritum)
Sie war traurig, weil die Handlung des Verlassens bereits in der Vergangenheit geschehen war und ihre gegenwärtige Trauer verursacht hatte.
Wichtige Hinweise und Ausnahmen
- Satzstellung: Im Nebensatz steht das konjugierte Hilfsverb (hatte oder war) am Ende des Satzes. Im Hauptsatz steht es an zweiter Stelle. Das Partizip II steht immer am Ende des Satzes.
- Trennbare Verben: Bei trennbaren Verben steht das ge- zwischen der Vorsilbe und dem Verbstamm. Beispiel: ankommen -> angekommen. Also: Ich war pünktlich angekommen.
- Modalverben: Wenn ein Modalverb im Satz vorkommt, wird das Plusquamperfekt mit dem Infinitiv Perfekt gebildet.
Beispiel: Ich hatte das nicht tun dürfen. (Ich hätte das nicht tun dürfen.) Hier steht "tun dürfen" im Infinitiv Perfekt. - Umschreibung mit "schon" oder "bereits": Manchmal wird das Plusquamperfekt durch die Verwendung von "schon" oder "bereits" und dem Präteritum ersetzt, um die gleiche Bedeutung auszudrücken. Zum Beispiel: "Als er ankam, war der Zug schon abgefahren" kann auch gesagt werden als: "Als er ankam, war der Zug schon weg."
Zusammenfassung
Das Plusquamperfekt ist eine wichtige Zeitform im Deutschen, um vergangene Ereignisse in einer bestimmten Reihenfolge zu beschreiben. Um es zu bilden, benötigst du die Präteritumformen der Hilfsverben haben oder sein und das Partizip II des Vollverbs. Die Wahl des Hilfsverbs hängt vom Vollverb ab (Bewegung/Zustandsänderung -> sein, sonst meistens haben). Durch das Verständnis und die korrekte Anwendung des Plusquamperfekts kannst du deine Deutschkenntnisse erheblich verbessern und komplexe Geschichten und Berichte präzise ausdrücken.
Übung macht den Meister! Je mehr du das Plusquamperfekt in verschiedenen Kontexten übst, desto sicherer wirst du in seiner Anwendung. Achte auf die Wahl des Hilfsverbs und die korrekte Bildung des Partizip II. Viel Erfolg beim Deutschlernen!
