Wie Halte Ich Wespen Vom Rolladenkasten Fern
Manchmal, wenn die Sonne scheint und der Kaffee dampft, höre ich dieses Summen. Nicht das friedliche Summen einer einzelnen Biene, sondern ein ungeduldiges, fast schon vorwurfsvolles Brummen. Es kommt aus dem Rolladenkasten. Ja, genau da!
Es begann vor ein paar Jahren. Ich nannte es liebevoll "das kleine Sommergästehaus". Nur, dass die Sommergäste eben Wespen waren. Und sie hatten nicht vor, für ein paar Tage zu bleiben. Sie bauten ein ganzes Ferienresort im Rolladenkasten. Mit Lobby, Suiten und wahrscheinlich auch einem kleinen Pool, wer weiß.
Meine erste Reaktion war natürlich Panik. Ich, ein friedliebender Mensch, der nicht mal eine Spinne totschlagen kann, sollte jetzt mit einer ganzen Armada von Wespen kämpfen? Unmöglich! Ich stellte mir vor, wie ich in voller Imker-Montur (die ich natürlich nicht besaß) in den Krieg ziehen würde. Eine lustige Vorstellung, aber unrealistisch.
Die sanfte Tour: Lavendel und Co.
Also recherchierte ich. Das Internet, mein Freund und Helfer, spuckte unzählige Tipps aus. Von Ultraschallgeräten (die wahrscheinlich nur meine Katze verärgern würden) bis hin zu chemischen Keulen (die ich kategorisch ablehnte). Ich entschied mich für die sanfte Tour: Lavendel. Wespen mögen den Geruch angeblich gar nicht. Also pflanzte ich Lavendelbüsche unter das Fenster. Es sah hübsch aus und roch gut, aber die Wespen schienen unbeeindruckt. Sie fanden den Lavendel wahrscheinlich als Deko für ihr Ferienresort ganz nett.
Nächster Versuch: Ätherische Öle. Pfefferminze, Zitrone, Eukalyptus – ich sprühte alles rund um den Rolladenkasten. Es roch wie in einem Wellness-Tempel, aber die Wespen machten es sich trotzdem gemütlich. Vielleicht dachten sie, ich würde ihnen eine kostenlose Aromatherapie anbieten?
Kaffeeduft und Nelken
Irgendwo las ich, dass Kaffeeduft Wespen vertreiben soll. Also stellte ich eine Schale mit gemahlenem Kaffee unter den Rolladenkasten und zündete ihn an. Es qualmte wie bei einem Lagerfeuer und roch... naja, nach verbranntem Kaffee eben. Die Wespen kamen kurz herausgeflogen, schauten mich irritiert an und flogen wieder rein. Wahrscheinlich dachten sie, ich würde ihnen ein Barbecue veranstalten.
Ich versuchte es noch mit Nelken gespickten Zitronen. Ein Klassiker! Sah dekorativ aus und roch weihnachtlich, aber die Wespen ignorierten sie einfach. Sie schienen immun gegen alle meine friedlichen Vertreibungsversuche.
Der unerwartete Verbündete: Die Nachbarskatze
Dann passierte etwas Unerwartetes. Frau Müllers Katze, Tiger, eine berüchtigte Jägerin, entdeckte den Rolladenkasten. Tiger war keine Katze, die sich mit Lavendel oder ätherischen Ölen beeindrucken ließ. Sie sprang, kratzte und fauchte, was das Zeug hielt. Und siehe da: Die Wespen wurden nervös. Sie flogen wild umher, suchten das Weite und verließen schließlich ihr Ferienresort.
Ich konnte es kaum glauben. All meine Mühe, all meine Lavendelbüsche und ätherischen Öle waren umsonst gewesen. Aber eine wütende Katze hatte den Job erledigt. Ich bedankte mich bei Frau Müller und schenkte Tiger eine extra Portion Katzenleckerlis.
Natürlich ist das Problem nicht für immer gelöst. Jedes Jahr aufs Neue kommen die Wespen zurück und versuchen, sich im Rolladenkasten niederzulassen. Aber jetzt weiß ich, dass ich nicht allein bin. Ich habe Tiger, die Superkatze, auf meiner Seite. Und wenn alle Stricke reißen, werde ich Frau Müller bitten, Tiger eine Weile vor meinen Rolladenkasten zu setzen.
Manchmal muss man eben auf unerwartete Verbündete setzen. Und manchmal muss man akzeptieren, dass man gegen die Natur einfach keine Chance hat. Aber zumindest habe ich gelernt, dass man auch mit Wespen im Rolladenkasten leben kann. Zumindest solange Tiger in der Nähe ist.
Also, wenn Sie nächstes Jahr ein leises Summen aus Ihrem Rolladenkasten hören, denken Sie an meine Geschichte. Vielleicht hilft es Ihnen, die Situation mit etwas Humor zu nehmen. Und vielleicht, nur vielleicht, haben Sie ja auch eine Superkatze in der Nachbarschaft.
Und wenn nicht? Dann hilft vielleicht doch der Lavendel. Oder die Kaffeeduft. Oder eine Imker-Montur. Wer weiß das schon so genau...
