Wie Höre Ich Mit Dem Trinken Auf
Hallo ihr Lieben! Ich bin's, eure reiselustige Freundin, und heute schreibe ich über etwas, das so gar nicht nach sonnigen Stränden und fremden Kulturen klingt: Alkohol. Genauer gesagt, darüber, wie ich aufgehört habe, zu trinken – und warum ich finde, dass auch Reisende davon profitieren können. Ja, ich weiß, ein kühles Bier am Strand, ein Glas Wein zum Sonnenuntergang in der Toskana, das gehört für viele zum Urlaub einfach dazu. Aber was, wenn es eben nicht mehr "dazu gehört", sondern dich eher festhält? Was, wenn der Alkohol dich daran hindert, die Welt wirklich zu erleben?
Ich war selbst lange Zeit eine dieser Reisenden. Backpacking in Südostasien? Natürlich mit einem Chang Bier in der Hand. Städtetrip nach Barcelona? Sangria, Sangria, Sangria. Roadtrip durch die USA? Jede Tankstelle bot eine neue Biersorte. Alkohol war für mich ein "Schmierstoff", der mir half, Kontakte zu knüpfen, mich zu entspannen und die (vermeintlichen) Sorgen des Alltags zu vergessen. Er gehörte zum "Urlaubsfeeling" wie der Sand zum Strand. Aber irgendwann merkte ich: dieses Feeling war trügerisch. Es war eine Fassade, hinter der ich mich versteckte. Ich benutzte den Alkohol, um mich nicht mit mir selbst, mit meinen Ängsten und Unsicherheiten auseinandersetzen zu müssen.
Der Wendepunkt: Eine Reise der anderen Art
Mein persönlicher Wendepunkt kam auf einer Reise nach Nepal. Ich hatte mir vorgenommen, das Annapurna Circuit zu wandern. Klingt idyllisch, oder? War es auch – meistens. Nur leider hatte ich mir auch vorgenommen, jeden Abend "zur Belohnung" ein paar einheimische Biere zu trinken. Anfangs fühlte sich das gut an. Aber mit der Höhe, mit der körperlichen Anstrengung und der zunehmenden Isolation wurde der Alkohol zu einem Problem. Ich schlief schlecht, hatte Kopfschmerzen und war tagsüber weniger leistungsfähig. Vor allem aber fühlte ich mich immer schlechter. Nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Ich merkte, dass ich den Alkohol brauchte, um mit den Herausforderungen der Wanderung klarzukommen, um meine Einsamkeit zu betäuben. Und das machte mir Angst.
Eines Abends, in einem kleinen Teehaus hoch in den Bergen, saß ich dann da, ein Glas raki in der Hand (der nepalesische Schnaps hat es in sich!). Draußen tobte ein Schneesturm. Ich fühlte mich elend, erschöpft und einsam. Und plötzlich, wie ein Blitz, kam mir die Erkenntnis: Ich verpasse etwas. Ich verpasse die Schönheit dieser Landschaft, die Stille der Berge, die Freundlichkeit der Menschen. Ich verpasse mich selbst. Ich trank den Raki nicht aus. Ich schüttete ihn weg. Und in diesem Moment wusste ich: ich muss etwas ändern.
Die ersten Schritte: Zurück in der Heimat
Zurück in Deutschland war der Weg nicht einfach. Ich war umgeben von alten Gewohnheiten, von Freunden und Bekannten, mit denen ich meistens im Zusammenhang mit Alkohol Zeit verbracht hatte. Die ersten Wochen waren hart. Ich fühlte mich unwohl, ängstlich und rastlos. Aber ich hatte einen Vorteil: ich hatte die Erfahrung in Nepal. Ich wusste, dass ein Leben ohne Alkohol möglich ist, dass es sogar besser ist. Ich suchte mir Unterstützung bei einer Selbsthilfegruppe und begann, mich mit meiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ich lernte, meine Gefühle anzunehmen und mit ihnen umzugehen, ohne sie mit Alkohol zu betäuben.
Was mir geholfen hat:
1. Ehrlichkeit mit mir selbst
Ich musste mir eingestehen, dass ich ein Problem hatte. Das war der schwierigste Schritt, aber auch der wichtigste. Leugnen bringt nichts. Akzeptanz ist der Schlüssel.
2. Unterstützung suchen
Alleine ist es schwer. Such dir Freunde, Familie oder eine Selbsthilfegruppe, die dich unterstützen. Sprich offen über deine Probleme. Du bist nicht allein!
3. Neue Routinen entwickeln
Ersetze die alten Gewohnheiten durch neue. Gehe spazieren, treibe Sport, lies ein Buch, meditiere. Finde etwas, das dir Spaß macht und dich ablenkt.
4. Geduld haben
Es dauert Zeit, bis sich neue Gewohnheiten etablieren. Sei geduldig mit dir selbst und gib nicht auf, wenn du einen Rückfall hast. Ein Rückfall ist kein Weltuntergang, sondern eine Chance, daraus zu lernen.
5. Die Vorteile sehen
Konzentriere dich auf die positiven Aspekte des Alkoholverzichts. Du wirst dich fitter, gesünder und selbstbewusster fühlen. Du wirst mehr Energie haben und deine Ziele besser erreichen können.
Reisen ohne Alkohol: Eine neue Perspektive
Und was hat das alles mit Reisen zu tun? Eine ganze Menge! Seit ich aufgehört habe zu trinken, habe ich das Reisen neu entdeckt. Ich bin aufmerksamer, neugieriger und offener für neue Erfahrungen. Ich erlebe die Welt intensiver und authentischer. Ich kann mich besser konzentrieren, bin fitter und habe mehr Energie. Ich lerne schneller neue Sprachen, weil mein Kopf klarer ist. Ich knüpfe tiefere Kontakte zu Einheimischen, weil ich nicht durch den Alkohol gehemmt bin. Ich spare Geld, das ich in andere tolle Erlebnisse investieren kann. Kurz gesagt: Ich reise bewusster und erfüllter.
Ich weiß, dass der Gedanke, im Urlaub auf Alkohol zu verzichten, für viele abschreckend klingt. Aber glaubt mir, es lohnt sich! Probiert es einfach mal aus. Vielleicht für eine Woche, vielleicht für einen Monat. Ihr werdet überrascht sein, wie viel ihr verpasst, wenn ihr euch hinter dem Alkohol versteckt.
Hier sind ein paar Tipps für Reisen ohne Alkohol:
1. Plane deine Reise bewusst
Informiere dich im Voraus über alkoholfreie Alternativen. Gibt es gute Restaurants mit leckeren Mocktails? Gibt es spannende Aktivitäten, die nichts mit Alkohol zu tun haben?
2. Sei ehrlich mit deinen Reisebegleitern
Sag ihnen, dass du keinen Alkohol trinkst. Die meisten Menschen werden Verständnis haben. Wenn nicht, sind sie vielleicht nicht die richtigen Reisebegleiter für dich.
3. Suche dir alkoholfreie Alternativen
Es gibt viele leckere alkoholfreie Getränke. Probiere neue Säfte, Limonaden, Tees oder Mocktails aus. Viele Bars und Restaurants bieten mittlerweile eine große Auswahl an alkoholfreien Alternativen an.
4. Konzentriere dich auf die positiven Aspekte
Genieße die Freiheit, nicht von Alkohol abhängig zu sein. Erlebe die Welt mit allen Sinnen. Sei stolz auf dich!
5. Sei vorbereitet auf schwierige Situationen
Es wird Situationen geben, in denen du dich unwohl fühlst oder unter Druck gesetzt wirst, Alkohol zu trinken. Überlege dir im Voraus, wie du in solchen Situationen reagieren möchtest. Eine klare und selbstbewusste Haltung hilft oft weiter.
Ich hoffe, meine Geschichte hat euch Mut gemacht, über euren eigenen Alkoholkonsum nachzudenken. Ob ihr nun komplett auf Alkohol verzichtet oder nur bewusster damit umgeht, ist eure Entscheidung. Wichtig ist, dass ihr euch wohlfühlt und dass der Alkohol euch nicht daran hindert, das Leben und das Reisen in vollen Zügen zu genießen. Probiert es aus! Ihr werdet überrascht sein, was alles möglich ist.
Und jetzt erzähl mir: Hast du schon mal eine Reise ohne Alkohol gemacht? Was waren deine Erfahrungen? Ich freue mich auf eure Kommentare!
