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Wie Kam Luther Auf Die Wartburg


Wie Kam Luther Auf Die Wartburg

Martin Luther's Aufenthalt auf der Wartburg ist ein entscheidendes Kapitel in der Geschichte der Reformation. Nachdem er sich geweigert hatte, seine Thesen auf dem Reichstag zu Worms im April 1521 zu widerrufen, wurde er vom Kaiser Karl V. für vogelfrei erklärt. Dies bedeutete, dass jeder Luther straflos töten konnte. Um sein Leben zu schützen, inszenierte Kurfürst Friedrich der Weise, Luthers Landesherr, eine fingierte Entführung und brachte ihn in Sicherheit auf die Wartburg.

Die Bedrohungslage nach Worms

Nach dem Reichstag zu Worms war Luther in höchster Gefahr. Die kaiserliche Ächtung bedeutete, dass er nicht mehr unter dem Schutz des Gesetzes stand. Jeder, der ihn erkannte, war berechtigt, ihn zu verhaften oder sogar zu töten. Die kaiserlichen Truppen waren angewiesen, Luther gefangen zu nehmen und ihn dem Kaiser zur Bestrafung zu übergeben. Die Stimmung im Reich war aufgeheizt, und viele, insbesondere konservative Katholiken, befürworteten Luthers Verhaftung und Bestrafung. Die Gefahr kam aber nicht nur von offizieller Seite, sondern auch von Einzelpersonen oder Gruppen, die sich durch Luthers Lehren bedroht fühlten.

Friedrich der Weise's Schutzmaßnahme

Kurfürst Friedrich der Weise, obwohl er Luthers Lehren nicht uneingeschränkt teilte, war überzeugt, dass Luther ein faires Gehör verdient hatte und dass seine Sicherheit gewährleistet sein musste. Er schätzte auch die politische Unruhe, die Luthers Fall auslöste, und sah eine Möglichkeit, seine eigene Machtposition innerhalb des Reiches zu stärken, indem er sich nicht dem kaiserlichen Willen beugte. Er beauftragte daher einige seiner engsten Vertrauten, eine fingierte Entführung zu inszenieren. Diese Inszenierung sollte den Anschein erwecken, als ob Luther gegen seinen Willen entführt wurde, um Friedrich selbst von jeglicher Verantwortung zu entlasten. Dadurch konnte er sich formal an die kaiserlichen Anordnungen halten, ohne Luther tatsächlich auszuliefern.

Die Inszenierte Entführung

Die Entführung fand am 4. Mai 1521 in der Nähe von Schloss Altenstein statt. Luther war auf dem Rückweg von Worms nach Wittenberg, als er von bewaffneten Reitern überfallen wurde. Diese Reiter, im Auftrag Friedrichs handelnd, nahmen Luther gefangen und brachten ihn auf die Wartburg. Um die Inszenierung glaubwürdig zu machen, wurde Luther nicht nur gefangen genommen, sondern auch seine Kleidung zerrissen und sein Bart wachsen gelassen. Diese Verkleidung sollte ihn unkenntlich machen, damit er nicht erkannt würde, falls er das Schloss einmal verlassen müsste. Die Bevölkerung wurde im Unklaren gelassen. Es kursierten Gerüchte, Luther sei tot oder in ein weit entferntes Verlies gebracht worden. Friedrich der Weise selbst betonte öffentlich, dass er keinerlei Kenntnis von Luthers Verbleib habe.

Die Wartburg: Exil und Kreativität

Die Wartburg, eine trutzige Burg oberhalb von Eisenach in Thüringen, wurde zu Luthers Zufluchtsort. Hier verbrachte er etwa zehn Monate, von Mai 1521 bis März 1522, unter dem Decknamen Junker Jörg. Er trug Ritterkleidung, ließ sich einen Bart wachsen und gab sich als Adliger aus. Die Wartburg bot Luther nicht nur Schutz vor seinen Verfolgern, sondern auch die nötige Ruhe und Abgeschiedenheit, um sich seinen theologischen Arbeiten zu widmen. Trotz der relativen Isolation war Luthers Aufenthalt auf der Wartburg eine äußerst produktive Zeit. Er nutzte die Zeit, um zahlreiche Schriften zu verfassen, darunter Kommentare zu biblischen Texten und Streitschriften gegen seine Gegner. Seine wichtigste Leistung während dieser Zeit war jedoch die Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche.

Luthers Bibelübersetzung

Die Übersetzung des Neuen Testaments war ein Meilenstein der Reformation und der deutschen Sprachgeschichte. Luther wollte die Bibel für jedermann zugänglich machen, nicht nur für Gelehrte, die Latein beherrschten. Er strebte danach, die Bibel in einer klaren, verständlichen und volksnahen Sprache zu übersetzen. Dazu zog er sich intensiv mit der griechischen Originalfassung zurück und berücksichtigte die gesprochene Sprache des Volkes. Seine Übersetzung war nicht wörtlich, sondern sinngemäß, um die Botschaft der Bibel für die Menschen verständlich zu machen. Luther schuf damit eine Grundlage für eine einheitliche deutsche Schriftsprache und trug maßgeblich zur Verbreitung der reformatorischen Ideen bei. Die Bibelübersetzung war ein revolutionärer Akt, der die religiöse Landschaft Deutschlands nachhaltig veränderte.

Die Rückkehr nach Wittenberg

Im März 1522 verließ Luther die Wartburg gegen den Willen Friedrichs des Weisen. Er hatte erfahren, dass in Wittenberg, wo seine Anhänger die Reformation vorantrieben, Unruhen und Bilderstürme ausgebrochen waren. Luther war der Überzeugung, dass er persönlich eingreifen müsse, um die Situation zu beruhigen und die Reformation in geordnete Bahnen zu lenken. Obwohl er wusste, dass er immer noch der Gefahr der Verhaftung und Bestrafung ausgesetzt war, kehrte er nach Wittenberg zurück und predigte dort gegen die radikalen Strömungen innerhalb der Reformation. Seine Rückkehr markierte den Beginn einer neuen Phase der Reformation, in der Luther versuchte, die Bewegung zu stabilisieren und zu festigen.

Die Bedeutung des Wartburgaufenthaltes

Luthers Aufenthalt auf der Wartburg war von entscheidender Bedeutung für den Verlauf der Reformation. Die erzwungene Isolation ermöglichte es ihm, seine theologischen Überzeugungen zu vertiefen und seine Ideen weiterzuentwickeln. Die Bibelübersetzung, die er auf der Wartburg begann, war ein Schlüsselwerk der Reformation und trug maßgeblich zur Verbreitung der reformatorischen Lehren bei. Die Wartburg wurde somit zu einem Symbol für den Schutz der reformatorischen Bewegung und für die Kraft der Ideen, die auch in der Isolation entstehen können. Luthers Zeit auf der Wartburg zeigt, wie persönliche Krisen und äußere Bedrohungen zu kreativen Höchstleistungen führen können.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Luther wurde nach dem Reichstag zu Worms für vogelfrei erklärt.
  • Kurfürst Friedrich der Weise inszenierte eine Entführung, um Luther zu schützen.
  • Luther verbrachte zehn Monate auf der Wartburg unter dem Decknamen Junker Jörg.
  • Er nutzte die Zeit, um das Neue Testament ins Deutsche zu übersetzen.
  • Die Bibelübersetzung war ein Meilenstein der Reformation und der deutschen Sprachgeschichte.
  • Luther kehrte 1522 nach Wittenberg zurück, um die Reformation zu stabilisieren.
  • Der Aufenthalt auf der Wartburg war entscheidend für den Verlauf der Reformation.

Die Geschichte von Luthers Aufenthalt auf der Wartburg ist ein eindrucksvolles Beispiel für Mut, Widerstandskraft und die transformative Kraft von Ideen. Es zeigt, wie eine Einzelperson unter schwierigsten Bedingungen einen entscheidenden Beitrag zur Veränderung der Welt leisten kann.

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