Wie Lang Dauerte Der Vietnamkrieg
Chào! (Hallo!) Eure Lisa hier, wieder zurück von meinen Reisen und diesmal mit einem Bericht, der etwas tiefer geht als nur die Empfehlung für den besten Pho-Laden in Hanoi. Vietnam hat mich verzaubert – die Menschen, die Landschaft, die Kultur… aber man kann dieses Land unmöglich besuchen, ohne sich mit seiner Geschichte auseinanderzusetzen. Und ein ganz zentraler Punkt dieser Geschichte ist natürlich der Vietnamkrieg.
Ich bin ehrlich: Bevor ich meine Reise geplant habe, war mein Wissen über den Vietnamkrieg eher lückenhaft. Ich kannte die Schlagworte – Vietnam, USA, Kommunismus, Dschungel – aber das war’s auch schon fast. Also habe ich mich reingelesen, Museen besucht, mit Einheimischen gesprochen und versucht, ein besseres Verständnis zu entwickeln. Und ich möchte heute meine Erkenntnisse mit euch teilen, besonders die Frage, die mir immer wieder begegnet ist: Wie lange dauerte der Vietnamkrieg eigentlich?
Die Antwort ist leider nicht so einfach, wie man denkt. Es kommt darauf an, was man als den eigentlichen Beginn des Krieges definiert. Es war kein kurzer Konflikt, der in wenigen Jahren erledigt war. Es war ein Prozess, eine Eskalation, die sich über Jahrzehnte hinzog. Lass uns das mal aufdröseln:
Der Indochinakrieg – Der Anfang vom Ende
Um die ganze Geschichte zu verstehen, müssen wir noch vor den eigentlichen "Vietnamkrieg" zurückblicken, zum Indochinakrieg. Dieser Konflikt tobte von 1946 bis 1954 und war im Grunde ein Unabhängigkeitskrieg Vietnams gegen die französische Kolonialmacht. Frankreich hatte Vietnam und die umliegenden Gebiete, Laos und Kambodscha, lange Zeit als Teil von Französisch-Indochina beherrscht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollten die Vietnamesen ihre Unabhängigkeit zurück.
Angeführt wurde die Unabhängigkeitsbewegung von Ho Chi Minh und seiner Viet Minh, einer kommunistisch geprägten Organisation. Nach jahrelangen Kämpfen erlitten die Franzosen 1954 in der Schlacht von Dien Bien Phu eine vernichtende Niederlage. Dieser Sieg der Viet Minh war ein Wendepunkt und führte zu den Genfer Abkommen von 1954. Diese Abkommen teilten Vietnam entlang des 17. Breitengrades in einen kommunistischen Norden (unter Ho Chi Minh) und einen nicht-kommunistischen Süden (unter dem zunehmend von den USA unterstützten Ngo Dinh Diem).
Hier beginnt die Grauzone. Manche Historiker betrachten den Indochinakrieg als den ersten Teil eines langen Konflikts, der erst 1975 endete. Für sie ist der Vietnamkrieg also ein über 30-jähriger Kampf um die Unabhängigkeit und Wiedervereinigung Vietnams.
Die Eskalation – Das Engagement der USA
Nach der Teilung Vietnams war Frieden nur eine Illusion. Die Spannungen zwischen Nord- und Südvietnam eskalierten schnell. Der Norden unterstützte die kommunistische Guerillaorganisation Vietcong im Süden, die gegen die südvietnamesische Regierung kämpfte. Die USA, die sich im Kalten Krieg befanden und die Ausbreitung des Kommunismus verhindern wollten (die sogenannte Domino-Theorie), begannen, Südvietnam immer stärker zu unterstützen.
Die amerikanische Unterstützung begann mit finanzieller und militärischer Hilfe und steigerte sich im Laufe der Zeit. Der Golf von Tonkin Zwischenfall im August 1964, bei dem (angeblich) nordvietnamesische Torpedoboote amerikanische Zerstörer angegriffen haben sollen, gab den USA den Vorwand, ihre militärische Präsenz in Vietnam massiv auszubauen. Viele Historiker bezweifeln heute, dass dieser Zwischenfall so stattgefunden hat, wie er von der US-Regierung dargestellt wurde.
Ab 1965 begannen die USA mit der direkten militärischen Intervention. Amerikanische Truppen wurden in Vietnam stationiert, und es begann eine massive Bombardierung Nordvietnams. Hier beginnt für viele der eigentliche Vietnamkrieg, der Krieg, wie er in unserem kollektiven Gedächtnis verankert ist. Dieser Krieg, die direkte militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordvietnam (und dem Vietcong), dauerte etwa 10 Jahre, von 1965 bis 1975.
Das Ende – Der Fall von Saigon
Trotz der enormen militärischen Überlegenheit der USA gelang es nicht, den Vietcong und die nordvietnamesische Armee zu besiegen. Der Krieg wurde immer unpopulärer, sowohl in den USA selbst als auch international. Die Anti-Kriegs-Bewegung in den USA wurde immer stärker, und die Gräueltaten des Krieges, wie das Massaker von My Lai, schockierten die Welt.
1973 zogen die USA ihre Truppen aus Vietnam ab. Die südvietnamesische Armee war jedoch nicht in der Lage, dem Druck des Nordens standzuhalten. Am 30. April 1975 fiel Saigon, die Hauptstadt Südvietnams, an die nordvietnamesische Armee. Der Vietnamkrieg war offiziell beendet. Vietnam wurde wiedervereinigt, unter kommunistischer Führung.
Also, um die Frage zu beantworten: Wie lange dauerte der Vietnamkrieg?
- Betrachtet man den gesamten Konflikt von den Anfängen des Indochinakrieges bis zum Fall von Saigon, dann dauerte er fast 30 Jahre.
- Konzentriert man sich auf das direkte militärische Engagement der USA, dann dauerte er etwa 10 Jahre (1965-1975).
Meine Erfahrung vor Ort und Empfehlungen
Während meiner Reise durch Vietnam habe ich versucht, mehr über diese dunkle Zeit in der Geschichte des Landes zu erfahren. Ich habe das War Remnants Museum in Ho-Chi-Minh-Stadt (dem ehemaligen Saigon) besucht. Es war eine erschütternde Erfahrung, die Bilder, die Geschichten, die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung zu sehen. Es ist kein leichter Besuch, aber ich finde, es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen.
Ich habe auch die Cu Chi Tunnel besucht, ein Netzwerk von unterirdischen Tunneln, die vom Vietcong genutzt wurden. Es war unglaublich, zu sehen, wie einfallsreich und widerstandsfähig die Vietnamesen waren. Klar, es ist eine touristische Attraktion, aber sie gibt einen guten Einblick in die Bedingungen, unter denen die Menschen gelebt und gekämpft haben. Wenn ihr Platzangst habt, solltet ihr euch das aber gut überlegen, bevor ihr reingeht!
Was ich aber am wertvollsten fand, waren die Gespräche mit den Menschen. Ich habe mit älteren Vietnamesen gesprochen, die den Krieg erlebt haben, und mit jüngeren Menschen, die nur aus Büchern und Erzählungen davon wissen. Ihre Perspektiven waren unterschiedlich, aber alle waren sich einig, dass der Krieg eine tiefe Narbe in der vietnamesischen Gesellschaft hinterlassen hat. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – sind sie so unglaublich gastfreundlich und optimistisch.
Meine Tipps für eure Reise:
- Besucht das War Remnants Museum: Es ist wichtig, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, auch wenn es schmerzhaft ist.
- Plant einen Besuch der Cu Chi Tunnel: Eine faszinierende Erfahrung, die einen Einblick in die Widerstandsfähigkeit der Vietnamesen gibt.
- Sprecht mit den Menschen: Hört ihren Geschichten zu und lernt von ihren Erfahrungen.
- Seid respektvoll: Vietnam ist ein Land mit einer reichen Kultur und einer bewegten Geschichte. Verhaltet euch respektvoll gegenüber den Menschen und ihrer Kultur.
- Lasst euch Zeit: Vietnam hat so viel zu bieten, nehmt euch Zeit, das Land und seine Menschen kennenzulernen.
Der Vietnamkrieg ist ein komplexes und sensibles Thema. Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel einen kleinen Einblick geben und euch dazu anregen, euch weiter damit auseinanderzusetzen. Vietnam ist ein wunderschönes Land mit einer bewegten Geschichte. Besucht es, lernt von seinen Menschen und lasst euch von seiner Schönheit verzaubern!
Bis zum nächsten Mal!
