Wie Lange Braucht Ein Blitzer Bescheid
Ach du lieber Himmel! Da war ich doch gerade erst so herrlich durch die malerische Landschaft gedüst, die Sonne im Gesicht, die Musik im Ohr… und dann – BLITZ! Ein greller, unbarmherziger Blitz hat mich aus meinen Tagträumen gerissen. Das Herz rutschte mir in die Hose. Ein Blitzer! In Deutschland! Was nun? Wie lange dauert es, bis der Brief kommt, der mir wahrscheinlich meine Urlaubsfreude trüben wird? Ich, als leidenschaftliche Reisende und jemand, der schon so einige Kilometer auf deutschen Autobahnen und Landstraßen hinter sich gebracht hat, möchte euch heute von meinen Erfahrungen berichten und euch einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, was ihr erwarten könnt, wenn ihr mal in die Blitzlichtfalle geraten seid.
Lasst uns zunächst einmal klären, was genau passiert, nachdem der Blitzer zugeschlagen hat. Es ist nicht so, dass der Strafzettel quasi sofort ausgedruckt und per Brieftaube zugestellt wird. Nach dem Auslösen des Blitzers wird das Foto an die zuständige Bußgeldstelle weitergeleitet. Dort beginnt dann der eigentliche Prozess.
Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam… manchmal
Die Bußgeldstelle prüft als erstes das Foto. Ist das Kennzeichen klar erkennbar? Ist das Fahrzeug eindeutig identifizierbar? Und natürlich – ist der Fahrer/die Fahrerin auf dem Foto zu erkennen? Gerade wenn es um die Frage geht, wer denn nun tatsächlich am Steuer saß, kann sich die Bearbeitung verzögern. Manchmal ist das Foto nicht eindeutig, oder die Person auf dem Foto ähnelt dem Halter des Fahrzeugs nicht. In solchen Fällen kann die Bußgeldstelle einen sogenannten Anhörungsbogen verschicken. Damit wird der Fahrzeughalter aufgefordert, Angaben zum Fahrer/zur Fahrerin zu machen.
Der Anhörungsbogen: Deine Chance zur Stellungnahme?
Der Anhörungsbogen ist kein Schuldeingeständnis! Du bist nicht verpflichtet, dich selbst oder Angehörige zu belasten. Du kannst angeben, dass du dich nicht erinnern kannst, wer das Fahrzeug zum fraglichen Zeitpunkt gefahren hat. Allerdings kann die Bußgeldstelle dann weitere Ermittlungen anstellen, beispielsweise Zeugen befragen oder sogar ein weiteres Foto anfertigen lassen, um den Fahrer zu identifizieren. Manchmal kann es sich lohnen, sich rechtlich beraten zu lassen, insbesondere wenn es um schwerwiegende Verstöße geht, die Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot nach sich ziehen könnten.
Aber zurück zur Frage: Wie lange dauert es denn nun, bis der Brief im Kasten landet? Die gesetzliche Verjährungsfrist für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr beträgt drei Monate. Das bedeutet, dass die Bußgeldstelle innerhalb von drei Monaten ab dem Tag des Verstoßes aktiv werden muss, um den Anspruch auf Bußgeld geltend zu machen. Passiert das nicht, ist die Sache verjährt. Allerdings wird diese Frist unterbrochen, wenn beispielsweise der Anhörungsbogen verschickt wird. Dann beginnt die Frist von vorne.
Meine persönlichen Erfahrungen: Von schnell bis sehr, sehr langsam
Ich erinnere mich noch gut an meine erste Begegnung mit einem deutschen Blitzer. Ich war jung, ungestüm und etwas zu flott unterwegs. Der Brief kam relativ schnell – etwa zwei Wochen nach dem Vorfall. Es war ein simpler Fall: Eindeutiges Foto, eindeutiger Fahrer (ich), und eine klare Geschwindigkeitsüberschreitung. Die Strafe war überschaubar, und ich habe daraus gelernt.
Ein anderes Mal, auf einer Reise durch Bayern, wurde ich ebenfalls geblitzt. Allerdings war ich mir absolut sicher, dass ich die zulässige Geschwindigkeit nicht überschritten hatte. Ich vermutete einen technischen Fehler des Blitzers. Der Brief kam erst nach sechs Wochen. Ich legte Einspruch ein und forderte Einsicht in die Beweisfotos. Nach einiger Zeit und einigem Hin und Her wurde das Verfahren tatsächlich eingestellt! Es stellte sich heraus, dass der Blitzer tatsächlich fehlerhaft geeicht war. Gerechtigkeit!
Und dann gab es noch den Fall, bei dem ich dachte, ich sei aus dem Schneider. Es vergingen zwei Monate, dann drei… und ich atmete innerlich auf. Verjährt! Dachte ich. Falsch gedacht. Kurz vor Ablauf der dreimonatigen Frist kam dann doch noch der Anhörungsbogen. Ich war perplex. Offensichtlich hatte die Bußgeldstelle die Akte kurz vor Fristablauf wieder hervorgekramt. Das Verfahren zog sich dann noch eine Weile hin, aber am Ende musste ich leider doch zahlen.
Was bedeutet das für dich als Reisenden?
Generell lässt sich sagen, dass du in den meisten Fällen innerhalb von ein bis drei Wochen mit Post von der Bußgeldstelle rechnen kannst. Es kann aber auch deutlich länger dauern, insbesondere wenn es sich um kompliziertere Fälle handelt, oder wenn die Bußgeldstelle überlastet ist. Gerade in der Ferienzeit, wenn viele Touristen unterwegs sind und entsprechend viele Blitzer auslösen, kann es zu Verzögerungen kommen.
Tipps für den Fall der Fälle:
- Bleib ruhig! Auch wenn der Schreck groß ist, bewahre einen kühlen Kopf. Panik hilft nicht.
- Prüfe den Bußgeldbescheid sorgfältig! Stimmen die Angaben? Ist das Kennzeichen korrekt? Ist die Geschwindigkeitsüberschreitung plausibel?
- Lege Einspruch ein, wenn du Zweifel hast! Du hast das Recht, Einspruch einzulegen, wenn du der Meinung bist, dass der Bußgeldbescheid unberechtigt ist. Hol dir im Zweifelsfall rechtlichen Rat.
- Bezahle den Bußgeldbescheid fristgerecht! Wenn du den Bußgeldbescheid akzeptierst, solltest du ihn fristgerecht bezahlen, um weitere Kosten zu vermeiden.
- Informiere dich über die Verkehrsregeln! Bevor du dich auf eine Reise durch Deutschland begibst, solltest du dich über die geltenden Verkehrsregeln informieren, insbesondere über die Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Und zu guter Letzt: Genieße deine Reise! Lass dich nicht von der Angst vor Blitzern die Urlaubsfreude verderben. Fahr vorsichtig, halte dich an die Verkehrsregeln, und dann sollte eigentlich nichts schiefgehen. Und falls doch… dann weißt du ja jetzt, was zu tun ist. Gute Fahrt!
