Wie Schreibt Man Ein Berichtsheft Medizinische Fachangestellte
Okay, Freunde, mal ehrlich. Wir müssen reden. Es geht um dieses eine Thema, das uns alle – besonders uns Medizinische Fachangestellte – regelmäßig in den Wahnsinn treibt. Ihr wisst, was ich meine: das verdammte Berichtsheft. Ja, genau das. Das Ding, das so spannend ist wie ein trockener Toast.
Ich weiß, ich weiß. Das ist vielleicht eine unpopuläre Meinung. Aber ich stehe dazu. Ist dieses Berichtsheft wirklich so wichtig? Müssen wir wirklich jede einzelne Spritze, jeden Verbandswechsel, jeden Telefonanruf akribisch dokumentieren, als würden wir den Mount Everest besteigen? Ich frage ja nur!
Der ewige Kreislauf des Berichtsheft-Schreibens
Man fängt voller Enthusiasmus an. Die ersten Einträge sind detailliert, präzise, fast schon poetisch. "Heute assistierte ich bei einer Blutentnahme. Die Patientin war etwas nervös, aber ich konnte sie beruhigen." Klingt doch gut, oder? Fast wie ein Auszug aus einem Krankenhausroman!
Aber dann, nach ein paar Wochen, schleicht sich die Realität ein. Die Einträge werden kürzer, knapper, fast schon Telegramm-artig. "Blutentnahme. Verband. Telefon." Punkt. Aus. Ende der Vorstellung. Die Muse hat uns verlassen.
Die Angst vor dem leeren Blatt
Und dann ist da noch die Angst vor dem leeren Blatt. Man sitzt da, starrt auf das weiße Papier (oder den leeren Bildschirm) und fragt sich: Was zur Hölle habe ich heute eigentlich gemacht? War ich überhaupt auf der Arbeit? War ich nur ein Schatten meiner selbst, der durch die Praxis gegeistert ist?
Kennt ihr das auch? Dieses Gefühl, dass man den ganzen Tag wie ein fleißiges Bienchen geschuftet hat, aber am Ende nichts Greifbares für das Berichtsheft zustande gekommen ist? Dann fängt man an, zu improvisieren. "Patienten betreut. Arzt assistiert. Papierkram erledigt." Klingt gut, ist aber total nichtssagend.
"Ich habe mich schon dabei ertappt, wie ich erfundene Fälle in mein Berichtsheft geschrieben habe. Nur um die Seite voll zu kriegen! Bitte sagt mir, dass ich nicht alleine bin!"
Mal ehrlich, liebe Ausbilder: Merkt ihr eigentlich, ob wir da die Wahrheit schreiben, oder einfach nur irgendwelche Floskeln aneinanderreihen? Ich glaube, die meisten von uns sind so gut darin, das Berichtsheft zu füllen, dass wir damit glatt einen Preis gewinnen könnten – für kreatives Schreiben in der Kategorie "Langeweile".
Die Frage aller Fragen: Was bringt das Ganze?
Ich will ja nicht undankbar sein. Ich verstehe ja, dass das Berichtsheft irgendwie wichtig ist. Es soll unsere Fortschritte dokumentieren, uns zum Reflektieren anregen, uns auf die Prüfung vorbereiten. Bla, bla, bla.
Aber ganz ehrlich: Habe ich durch das Schreiben des Berichtshefts jemals etwas Neues gelernt? Habe ich jemals einen Aha-Moment erlebt, der mein Leben verändert hat? Eher nicht. Meistens habe ich mich einfach nur geärgert, dass ich meine kostbare Freizeit mit diesem Papierkram verschwenden muss.
Und trotzdem machen wir es. Woche für Woche. Monat für Monat. Bis zum glorreichen Tag der Abschlussprüfung. Und dann? Dann verschwindet das Berichtsheft in der Schublade, wird vergessen und verstaubt. Und wir fragen uns: War das alles wirklich nötig?
Vielleicht sollte man sich mal überlegen, ob es nicht sinnvollere Methoden gibt, um unsere Ausbildung zu dokumentieren. Vielleicht ein digitales Portfolio, eine Projektarbeit oder einfach nur ein offenes Gespräch mit dem Ausbilder. Hauptsache, es ist weniger langweilig und mehr praxisnah.
Aber bis dahin heißt es: Zähne zusammenbeißen und weiter schreiben. "Patienten betreut. Arzt assistiert. Papierkram erledigt." Und vielleicht, ganz vielleicht, finden wir ja doch noch etwas Interessantes, das wir in unser Berichtsheft schreiben können. Vielleicht schreibe ich ja heute über meine unpopuläre Meinung zum Thema Berichtsheft. Das wäre doch mal was!
