Wie Viel Erde Für 60 Cm Blumenkasten
Also, mal ehrlich: Wer hat sich eigentlich diese Blumenkastengrößen ausgedacht? 60 cm. Warum nicht 57? Oder 62? Egal. Die Frage aller Fragen lautet: Wie viel Erde brauchen wir für so ein Ding?
Ich weiß, ich weiß. Es gibt Tabellen. Es gibt Rechner. Es gibt Leute, die das *wirklich* genau wissen. Aber sind wir mal ehrlich: Wer hält sich wirklich daran? Ich oute mich hiermit. Ich nicht.
Meine Methode ist...sagen wir mal...intuitiv. Und basiert auf jahrelanger (oder zumindest gefühlt) Erfahrung. Erfahrung, die oft in vertrockneten Petunien und übermäßig gegossenen Geranien resultierte. Aber hey, man lernt ja dazu!
Also, 60 cm Blumenkasten. Da schwingt schon eine gewisse Erwartungshaltung mit. Das Ding soll ja schließlich voll sein. Nicht halb leer. Das sieht ja aus, als hätte man aufgegeben. Und das wollen wir ja nicht.
Meine "unpopuläre Meinung": Mehr ist mehr! Zumindest bei Blumenerde. (Gilt nicht für alles im Leben, liebe Finanzberater). Ich tendiere dazu, lieber zu viel als zu wenig Erde zu kaufen. Warum? Weil man den Rest ja immer noch verwenden kann! Für den nächsten Blumenkasten. Für den Topfbasilikum. Für die spontane Gartenaktion um 3 Uhr morgens (okay, das ist mir noch nie passiert, aber man weiß ja nie!).
Ich kaufe meistens so einen großen Sack. Ihr wisst schon, die, die man kaum ins Auto bekommt und die dann beim Ausladen die Hälfte im Kofferraum verteilen. Die sind meistens so...40 Liter? Gefühlt 80. Egal. Hauptsache, genug da.
Und dann geht's los. Erst mal den Blumenkasten checken. Hat der Löcher? Wichtig! Sonst schwimmen die armen Pflanzen irgendwann. Löcher da? Gut. Dann eine Schicht Tonscherben oder Blähton unten rein. Das soll ja angeblich gut sein für die Drainage. Ob es wirklich was bringt? Keine Ahnung. Aber es schadet auch nicht, oder?
Und dann die Erde. Einfach rein damit! Und zwar nicht zögerlich, sondern mit Schwung. So richtig schön voll machen das Ding. Bis kurz unter den Rand. So ungefähr einen Daumen breit Platz lassen. Sonst schwemmt beim Gießen alles raus. Und das gibt eine Sauerei.
Und jetzt kommt der Clou. Nicht einfach so die Pflanzen reinsetzen! Nein, nein. Erst mal die Erde ordentlich andrücken. So richtig fest. Warum? Weil die Erde sich ja noch setzt! Und dann hat man plötzlich doch nur noch einen halbvollen Blumenkasten. Und das wollen wir ja vermeiden, erinnern wir uns?
Also, andrücken. Und dann noch mal Erde nachfüllen. Bis wieder kurz unter den Rand. Und dann...endlich! Die Pflanzen reinsetzen! Mit genügend Abstand. Die sollen ja auch Platz zum Wachsen haben. Und nicht gleich im Keim ersticken, weil sie sich gegenseitig die Sonne klauen.
Und dann gießen! Ordentlich gießen! Bis das Wasser unten rausläuft. Und dann noch mal. Sicher ist sicher.
Und jetzt? Jetzt heißt es warten. Warten, bis die Pflanzen anwachsen. Warten, bis die ersten Blüten kommen. Warten, bis die Nachbarn neidisch werden. Und warten, bis man merkt, dass man doch zu wenig Erde genommen hat. Oder zu viel gegossen hat. Oder die falsche Pflanze gekauft hat. Aber hey, so ist das Leben. Und der nächste Sommer kommt bestimmt!
Meine "unpopuläre Meinung" Nummer zwei: Es ist okay, wenn nicht alles perfekt ist! Hauptsache, es blüht irgendwie. Und wenn nicht, dann kauft man halt neue Pflanzen. Oder klebt Plastikblumen rein. Sagt ja keiner, dass die echt sein müssen.
Also, zurück zur Frage: Wie viel Erde für 60 cm Blumenkasten? Meine Antwort: So viel, bis er voll ist! Und dann noch ein bisschen mehr. Für alle Fälle. Und für den inneren Frieden. Und weil Blumenerde einfach glücklich macht. Findet ihr nicht auch?
Und wenn ihr jetzt immer noch nicht wisst, wie viel Erde ihr braucht, dann kauft einfach zwei Säcke. Eine zu viel ist besser als eine zu wenig. Und den Rest...den könnt ihr ja verschenken. Oder für die nächste Gartenaktion um 3 Uhr morgens verwenden. Man weiß ja nie!
Ein kleiner Tipp am Rande:
Vergesst den Dünger nicht! Sonst blüht da gar nichts. Und das wäre ja schade.
Apropos Dünger: Auch hier gilt: Weniger ist oft mehr. Aber nicht immer. Am besten, ihr fragt im Gartencenter nach. Die wissen das bestimmt. Oder auch nicht. Aber fragen kostet ja nichts. Außer Zeit. Und vielleicht ein bisschen Nerven. Aber das ist es wert. Für schöne Blumen. Und für neidische Nachbarn. Und für den inneren Frieden. Ihr wisst schon.
Was ich eigentlich sagen will:
Es gibt keine perfekte Formel. Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Es gibt nur eure Erfahrung. Und euer Gefühl. Und euren Hang zur Übertreibung. Und das ist gut so! Also, ran an die Erde! Und lasst es blühen!
