Wie Viel Mohn Muss Man Essen Um High Zu Werden
Kennt ihr das? Ihr steht beim Bäcker, der Duft von frischgebackenen Brötchen umweht euch, und eure Augen bleiben an den Mohnbrötchen hängen. So dunkel, so knusprig, so...verlockend. Aber mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht schon mal gefragt: Könnte man davon eigentlich "high" werden?
Bevor jetzt jemand hektisch zum nächsten Bäcker rennt und sich einen ganzen Sack voll Mohnbrötchen besorgt: Beruhigt euch. Die Antwort ist komplizierter, als man denkt. Es geht nämlich um den Mohn selbst und was in ihm steckt. Genauer gesagt, um Opiumalkaloide wie Morphium und Codein. Diese Stoffe sind auch in Schlafmohn enthalten, der – in entsprechend konzentrierter Form – für die Herstellung von Opium verwendet wird. Aber keine Angst, die Mohnsamen, die wir auf unseren Brötchen finden, stammen meist von extra dafür gezüchteten Sorten mit sehr geringem Alkaloidgehalt.
Die Sache mit der Menge
Trotzdem ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass man etwas spürt. Es kommt nämlich darauf an, wie viel Mohn man isst und wie empfindlich man auf Opiumalkaloide reagiert. Und natürlich auf die Sorte Mohn. Manche Sorten enthalten eben mehr von den "interessanten" Stoffen als andere. Man stelle sich vor: Ein geheimes Mohnbrötchen-Roulette! Wer kriegt den Jackpot, wer nur ein leckeres Frühstück?
Früher, als die Mohnzucht noch nicht so ausgeklügelt war, gab es tatsächlich Fälle, in denen Leute nach dem Verzehr von großen Mengen Mohnsamen leichte Auswirkungen verspürt haben. Wir reden hier aber nicht von euphorischen Zuständen oder wilden Halluzinationen. Eher von Müdigkeit, leichter Benommenheit oder vielleicht einem etwas flauem Gefühl im Magen. Also eher das Gefühl nach einer zu großen Portion Sonntagsbraten als nach einem Festivalbesuch.
Mohnkuchen-Marathon oder Mohnbrötchen-Binge-Watching?
Um tatsächlich eine spürbare Wirkung zu erzielen, müsste man schon eine gigantische Menge Mohn essen. Wir reden hier nicht von einem Mohnkuchenstückchen, sondern von einem Mohnkuchen-Marathon. Oder einem Mohnbrötchen-Binge-Watching, bei dem man so lange Mohnbrötchen in sich hineinstopft, bis man nicht mehr zählen kann. Und selbst dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man tatsächlich "high" wird, gering. Wahrscheinlicher ist, dass man sich einfach nur unwohl fühlt und vielleicht eine unangenehme Begegnung mit der nächsten Toilette hat.
Es gibt aber noch einen kleinen Haken: Die Opiumalkaloide sind fettlöslich. Das bedeutet, dass sie sich gut in fettreichen Lebensmitteln lösen. Wenn man also Mohnsamen in großen Mengen zu sich nimmt, besonders in Kombination mit fettigen Speisen, kann es sein, dass sich die Alkaloide besser im Körper verteilen und man etwas mehr spürt. Aber auch hier gilt: Die Menge macht das Gift. Und die Menge, die in unseren handelsüblichen Mohnprodukten enthalten ist, ist in der Regel sehr gering.
Ein weiterer Aspekt ist die Zubereitung des Mohns. Wenn Mohnsamen gewaschen werden, kann der Alkaloidgehalt reduziert werden. Auch das Erhitzen beim Backen kann die Stoffe teilweise abbauen. Also selbst wenn man eine "stärkere" Sorte erwischt, wird der Backprozess wahrscheinlich schon einen Großteil der Wirkung neutralisiert haben.
Mohn: Mehr als nur ein Rauschmittel (oder eben nicht)
Fassen wir zusammen: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man von Mohnbrötchen "high" wird. Die Mengen an Opiumalkaloiden in unseren Lebensmitteln sind viel zu gering, um eine nennenswerte Wirkung zu erzielen. Und selbst wenn man es darauf anlegen würde und Unmengen Mohn konsumieren würde, wäre das Ergebnis wahrscheinlich eher unangenehm als berauschend.
Trotzdem ist Mohn eine tolle Sache! Er ist lecker, vielseitig verwendbar und enthält wichtige Nährstoffe wie Kalzium, Eisen und Magnesium. Außerdem hat er eine lange Tradition in unserer Küche. Von süßen Mohnnudeln bis hin zu deftigen Mohnknödeln gibt es unzählige köstliche Rezepte, die man mit Mohn zaubern kann. Und ganz ehrlich: Ein frischgebackenes Mohnbrötchen mit Butter ist doch schon Rausch genug, oder?
Also, genießt eure Mohnbrötchen ohne Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen. Freut euch über den nussigen Geschmack, die knusprige Kruste und die vielen kleinen, dunklen Pünktchen, die jedes Brötchen zu einem kleinen Kunstwerk machen. Und wenn ihr das nächste Mal beim Bäcker steht und euch fragt, ob man von Mohn "high" werden kann, denkt einfach daran: Manchmal ist die Vorstellung spannender als die Realität. Und ein gutes Mohnbrötchen ist allemal ein Genuss – ganz ohne Rausch.
Denn letztendlich ist es doch das gemeinsame Genießen, das uns verbindet. Ob mit oder ohne Mohnbrötchen. Und vielleicht ist das ja der wahre "Kick" am Leben, den wir alle suchen.
Und denkt dran: Alles in Maßen! Außer vielleicht die Liebe zum Mohnbrötchen.
