Wie Viele Geschwister Hatte Mozart
Wolfgang Amadeus Mozart, einer der berühmtesten und einflussreichsten Komponisten der klassischen Musik, ist eine Ikone der österreichischen und internationalen Kultur. Während seine musikalischen Leistungen und sein kurzes, aber intensives Leben gut dokumentiert sind, fragen sich viele Menschen, wie viele Geschwister er eigentlich hatte. Die Antwort mag überraschen, denn Mozart war Teil einer größeren Familie, von der aber nicht alle Kinder überlebten.
Die Familie Mozart: Leopold und Anna Maria
Um die Frage nach Mozarts Geschwistern vollständig zu beantworten, ist es wichtig, zunächst einen Blick auf seine Eltern zu werfen. Leopold Mozart (1719-1787) und Anna Maria Pertl (1720-1778) heirateten im Jahr 1747 in Salzburg. Leopold war ein talentierter Musiker und Komponist, der am Hofe des Erzbischofs von Salzburg als Geiger und Vizekapellmeister tätig war. Er erkannte früh die außergewöhnliche musikalische Begabung seiner Kinder und widmete einen Großteil seines Lebens ihrer Ausbildung und Förderung.
Anna Maria war eine intelligente und warmherzige Frau, die ihrem Mann bei der Erziehung der Kinder zur Seite stand. Sie begleitete Wolfgang und seine Schwester Nannerl auf ihren langen und anstrengenden Konzertreisen durch Europa. Ihre Briefe zeugen von ihrem starken Familiensinn und ihrer Sorge um das Wohlergehen ihrer Kinder.
Die Anzahl der Kinder: Mehr als nur Wolfgang und Nannerl
Leopold und Anna Maria Mozart hatten insgesamt sieben Kinder. Von diesen sieben Kindern erreichten jedoch nur zwei das Erwachsenenalter: Maria Anna Mozart, genannt Nannerl, und Wolfgang Amadeus Mozart selbst.
Die hohe Kindersterblichkeit im 18. Jahrhundert war leider eine traurige Realität, und die Familie Mozart blieb davon nicht verschont. Die Lebensbedingungen waren oft schwierig, die medizinische Versorgung unzureichend, und Krankheiten breiteten sich schnell aus. Viele Kinder starben in jungen Jahren an Infektionen, Fieber oder anderen Komplikationen.
Hier ist eine detaillierte Auflistung aller sieben Kinder von Leopold und Anna Maria Mozart:
Die verstorbenen Kinder: Ein Blick auf die Vergänglichkeit des Lebens
- Johann Leopold Joachim (* 18. August 1748, Salzburg; † 2. Februar 1749, Salzburg): Johann Leopold Joachim war das erste Kind der Mozarts. Er starb im Alter von nur sechs Monaten. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht vollständig bekannt, aber es ist anzunehmen, dass er einer Krankheit zum Opfer fiel.
- Maria Anna Cordula (* 18. Juni 1749, Salzburg; † 24. Juni 1749, Salzburg): Maria Anna Cordula, das zweite Kind, lebte nur sechs Tage. Ihre Geburt und ihr Tod fallen in eine Zeit, in der die Säuglingssterblichkeit besonders hoch war.
- Maria Anna Nepomucena Walpurgis (* 13. Mai 1750, Salzburg; † 17. Mai 1750, Salzburg): Auch Maria Anna Nepomucena Walpurgis hatte nur eine sehr kurze Lebensdauer von vier Tagen.
- Maria Crescentia Francisca de Paula (* 9. Mai 1754, Salzburg; † 27. Juni 1754, Salzburg): Maria Crescentia Francisca de Paula, das fünfte Kind, starb im Alter von sieben Wochen.
- Johann Karl Amadeus (* 4. November 1755, Salzburg; † jung gestorben): Über Johann Karl Amadeus ist wenig bekannt, außer dass er jung starb. Es gibt keine genauen Aufzeichnungen über sein Alter oder die Todesursache.
Diese traurige Auflistung verdeutlicht die schwierigen Lebensbedingungen im 18. Jahrhundert und die hohe Kindersterblichkeit. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass hinter dem glanzvollen Bild des musikalischen Genies Mozart auch eine Familie mit Verlusten und Herausforderungen stand.
Die Überlebenden: Nannerl und Wolfgang
Die beiden Kinder, die das Erwachsenenalter erreichten, waren:
- Maria Anna Mozart (Nannerl) (* 30. Juli 1751, Salzburg; † 29. Oktober 1829, Salzburg): Nannerl war eine hochbegabte Musikerin und galt als Wunderkind. Sie spielte hervorragend Klavier und Cembalo und komponierte auch eigene Stücke. Ihr Vater förderte sie zunächst ebenso wie ihren Bruder, doch im Laufe der Zeit wurde ihre musikalische Karriere durch die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen eingeschränkt. Sie heiratete später und widmete sich der Erziehung ihrer Kinder. Obwohl sie nicht den gleichen Ruhm wie ihr Bruder erlangte, war sie eine talentierte und intelligente Frau, die eine wichtige Rolle in der Familie Mozart spielte.
- Wolfgang Amadeus Mozart (* 27. Januar 1756, Salzburg; † 5. Dezember 1791, Wien): Wolfgang Amadeus Mozart war, wie bereits erwähnt, einer der bedeutendsten Komponisten aller Zeiten. Sein musikalisches Genie offenbarte sich bereits in frühester Kindheit. Er komponierte Hunderte von Werken in verschiedenen Genres, darunter Opern, Konzerte, Sinfonien, Kammermusik und Klaviermusik. Seine Musik zeichnet sich durch ihre melodische Schönheit, ihre harmonische Vielfalt und ihre dramatische Ausdruckskraft aus. Trotz seines frühen Todes im Alter von nur 35 Jahren hinterließ er ein unvergleichliches musikalisches Erbe.
Fazit: Eine Familie zwischen Talent und Tragödie
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wolfgang Amadeus Mozart sechs Geschwister hatte. Von diesen sechs Geschwistern überlebten jedoch nur er und seine Schwester Nannerl das Kindesalter. Die anderen fünf Kinder starben in jungen Jahren, was die hohe Kindersterblichkeit im 18. Jahrhundert verdeutlicht. Die Geschichte der Familie Mozart ist somit eine Geschichte von außergewöhnlichem musikalischem Talent, aber auch von Verlust und Tragödie. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass hinter dem Ruhm und der Genialität auch eine menschliche Familie mit ihren Freuden und Leiden stand.
Es ist auch erwähnenswert, dass die Beziehung zwischen Wolfgang und Nannerl im Laufe ihres Lebens komplex war. Während ihrer Kindheit und Jugend waren sie eng verbunden und traten gemeinsam als Wunderkinder auf. Später, als Wolfgangs Karriere immer steiler anstieg und Nannerls Möglichkeiten durch die gesellschaftlichen Normen eingeschränkt wurden, veränderte sich ihre Beziehung. Dennoch blieben sie einander verbunden und unterstützten sich gegenseitig, so gut es ging.
Die Geschichte von Mozarts Geschwistern ist ein wichtiger Teil seiner Lebensgeschichte und trägt dazu bei, ein vollständigeres Bild des Menschen und Künstlers Wolfgang Amadeus Mozart zu zeichnen. Sie erinnert uns daran, dass auch die größten Genies in einem historischen und sozialen Kontext existieren, der ihr Leben und ihre Arbeit prägt.
Für alle, die sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchten, gibt es zahlreiche Biografien von Mozart und seiner Familie, sowie wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Kindersterblichkeit im 18. Jahrhundert auseinandersetzen. Das Mozarteum in Salzburg ist ebenfalls eine wertvolle Anlaufstelle für Informationen und Forschung.
