Wie Weit Ist österreich
Mal ehrlich, Leute, reden wir mal Tacheles. Österreich. Wie weit ist Österreich wirklich? Und ich meine jetzt nicht in Kilometern. Sondern...innerlich.
Geografisch gesehen? Klar.
Klar, geografisch ist die Sache einfach. Von Bregenz bis zum Neusiedler See sind's halt soundsoviele Kilometer. Mit dem Auto, Zug oder notfalls mit dem E-Scooter (obwohl das eine Geduldsprobe wäre). Aber das ist ja nicht die Frage!
Die Sache mit der Mentalität
Ich behaupte, Österreich ist weiter, als man denkt. Mental weiter, meine ich. Wir tun immer so bodenständig. Traditionell. Kaiserschmarrn und Dirndl. Aber unter der Oberfläche... brodelt es.
Da sind die, die unbedingt modern sein wollen. Berlin-Hipster-Vibes in Wien-Neubau. Und dann die, die am liebsten die Zeitmaschine zurückdrehen würden. "Früher war alles besser!" Jaja, eh klar.
Und genau diese Spannung, das ist es, was Österreich so weit macht. Weit im Sinne von: vielschichtig, komplex, manchmal auch ein bisschen zerrissen.
"Neutralität" ist auch so ein Thema...
Wir sind ja so neutral. Immer. Bei allem. Oder auch nicht. Je nachdem, wer gerade fragt. Diese Neutralität ist irgendwie auch so ein österreichisches Ding. Ein bisschen Ausrede, ein bisschen Schutzschild, ein bisschen... keine Ahnung. Auf jeden Fall macht sie uns auch wieder weiter. Weil wir uns gefühlt immer irgendwie rauswinden müssen.
Die berühmte "österreichische Lösung" ist meistens ein Kompromiss, mit dem keiner wirklich zufrieden ist. Aber hey, Hauptsache, es gibt keinen Streit.
Die Sache mit dem Grant
Und dann ist da noch der berühmte österreichische Grant. Das ewige Raunzen. Das Jammern auf hohem Niveau. Ist das jetzt negativ? Vielleicht. Aber es ist auch irgendwie...charmant. Weil es so ehrlich ist. Wir sind halt nicht immer happy-go-lucky. Wir haben unsere Probleme. Und die müssen wir auch mal rauslassen. Am besten beim Heurigen mit einem guten Glas Wein.
Aber der Grant macht uns auch weiter. Er verhindert, dass wir uns zu schnell zufrieden geben. Dass wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen. Irgendwas ist ja immer auszusetzen. Und das ist gut so!
Und die Sprache?
Allein die Sprache! Österreichisch ist ja nicht gleich Deutsch. Da gibt es regionale Unterschiede, Dialekte, Ausdrücke, die kein Deutscher versteht. Und das ist auch gut so. Unsere Sprache ist ein Teil unserer Identität. Sie macht uns einzigartig. Und natürlich auch weiter. Weil wir uns untereinander verstehen, aber der Rest der Welt manchmal nur Bahnhof versteht.
Denkt nur an "leiwand", "Oida", "Griasdi" oder "Baba". Das sind Wörter, die man nicht einfach so übersetzen kann. Sie haben eine Bedeutung, die tiefer geht. Eine Bedeutung, die nur wir Österreicher wirklich verstehen.
Mein Unpopular Opinion
So, jetzt kommt meine unpopular opinion: Ich glaube, Österreich ist innerlich weiter als Deutschland. (Ja, ich hab's gesagt!). Deutschland ist größer, wirtschaftsstärker, internationaler. Aber Österreich hat etwas, das Deutschland fehlt: Eine gewisse Gelassenheit. Eine gewisse... Selbstironie.
Wir nehmen uns selbst nicht so ernst. Wir können über uns selbst lachen. Und das ist eine Stärke. Das macht uns weiter. Weil wir dadurch flexibler sind, anpassungsfähiger. Und weil wir uns nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen.
Also, wie weit ist Österreich jetzt wirklich?
Schwer zu sagen. Aber auf jeden Fall weiter, als man denkt. Und das ist gut so. Denn gerade diese Vielschichtigkeit, diese Widersprüchlichkeit, diese...österreichische Eigenart macht uns zu dem, was wir sind.
Und vielleicht, nur vielleicht, ist das ja auch der Grund, warum so viele Leute Österreich so lieben. Weil es eben nicht einfach nur ein Land ist. Sondern ein Gefühl. Ein Lebensgefühl. Und dieses Lebensgefühl ist unendlich weit.
Prost!
