Wie Wird Das Past Progressive Gebildet
Das Past Progressive, auch bekannt als die Verlaufsform der Vergangenheit oder Imperfekt Progressive, beschreibt Handlungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit im Gange waren. Es ist ein nützliches Werkzeug, um Szenen zu beschreiben, Hintergründe zu skizzieren oder Handlungen zu unterbrechen. In diesem Artikel wird erläutert, wie das Past Progressive im Deutschen gebildet wird, seine Verwendung und einige häufige Fehler vermieden werden können.
Bildung des Past Progressive
Im Deutschen existiert keine exakte Entsprechung des englischen Past Progressive, wie z.B. "I was eating." Stattdessen wird das Past Progressive im Deutschen durch eine Umschreibung mit dem Verb "sein" im Präteritum (Vergangenheit) und der Präposition "am" in Verbindung mit dem Substantiv "Tun" und dem Infinitiv des Hauptverbs gebildet. Die Grundformel lautet:
"sein" (Präteritum) + "am" + "Tun" + "Infinitiv des Hauptverbs"
Lassen Sie uns diese Formel aufschlüsseln:
1. "sein" im Präteritum
Das Verb "sein" wird im Präteritum konjugiert. Das Präteritum von "sein" lautet:
- ich war
- du warst
- er/sie/es war
- wir waren
- ihr wart
- sie/Sie waren
2. "am"
Die Präposition "am" ist eine Kurzform von "an dem". Sie wird direkt nach dem konjugierten Verb "sein" verwendet.
3. "Tun"
Das Substantiv "Tun" wird immer großgeschrieben und bleibt unverändert. Es steht für die Tätigkeit oder Handlung, die im Gange ist.
4. Infinitiv des Hauptverbs
Der Infinitiv des Hauptverbs wird am Ende der Konstruktion hinzugefügt.
Beispiele:
- Ich war am Essen. (Ich aß gerade.)
- Du warst am Schlafen. (Du schliefst gerade.)
- Er war am Arbeiten. (Er arbeitete gerade.)
- Wir waren am Reden. (Wir redeten gerade.)
- Ihr wart am Spielen. (Ihr spieltet gerade.)
- Sie waren am Lesen. (Sie lasen gerade.)
Verwendung des Past Progressive
Das Past Progressive wird verwendet, um:
- Handlungen zu beschreiben, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit im Gange waren.
Beispiel: Gestern Abend um 20 Uhr war ich am Kochen.
- Den Hintergrund für eine andere Handlung zu liefern.
Beispiel: Als das Telefon klingelte, war ich gerade am Duschen.
- Zwei Handlungen zu beschreiben, die gleichzeitig in der Vergangenheit stattfanden.
Beispiel: Während er am Arbeiten war, war sie am Lesen.
- Betonung auf den Verlauf einer Handlung zu legen.
Beispiel: Ich war den ganzen Tag am Lernen. (Ich habe den ganzen Tag gelernt, der Fokus liegt auf der Dauer)
Alternativen zum Past Progressive
Obwohl die oben beschriebene Konstruktion die formal korrekte Art ist, das Past Progressive im Deutschen auszudrücken, wird sie im alltäglichen Sprachgebrauch selten verwendet. Es gibt natürlichere und gängigere Alternativen:
1. Das Imperfekt (Präteritum)
Das Imperfekt (Präteritum) ist die gebräuchlichste Vergangenheitsform im Deutschen und wird oft anstelle des Past Progressive verwendet. Es impliziert oft, dass eine Handlung über einen Zeitraum hinweg stattfand oder gerade im Gange war.
Beispiele:
- Ich aß gerade. (anstatt: Ich war am Essen.)
- Du schliefst gerade. (anstatt: Du warst am Schlafen.)
- Er arbeitete gerade. (anstatt: Er war am Arbeiten.)
2. Das Wort "gerade" oder "im Begriff sein"
Die Verwendung von Adverbien wie "gerade" oder der Ausdruck "im Begriff sein" (gerade dabei sein) können den Verlauf einer Handlung in der Vergangenheit betonen.
Beispiele:
- Ich aß gerade.
- Ich war gerade dabei zu essen.
- Er war im Begriff zu gehen.
3. Kontextuelle Hinweise
Oftmals ergibt sich aus dem Kontext, dass eine Handlung in der Vergangenheit im Gange war. In solchen Fällen ist keine explizite Verlaufsform erforderlich.
Beispiel:
"Das Telefon klingelte. Ich aß." (Der Kontext deutet darauf hin, dass ich gerade beim Essen war, als das Telefon klingelte.)
Häufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist die direkte Übersetzung des englischen Past Progressive ins Deutsche. Dies führt oft zu grammatikalisch falschen oder unnatürlich klingenden Sätzen.
Falsch: Ich war essen. (Dies ist grammatikalisch falsch. Es bedeutet "I was eat.")
Richtig: Ich war am Essen. Oder: Ich aß gerade.
Ein weiterer Fehler ist die übermäßige Verwendung der "sein + am + Tun + Infinitiv" Konstruktion. Diese Konstruktion klingt oft formell und umständlich. Es ist ratsam, stattdessen die oben genannten Alternativen zu verwenden.
Zusammenfassung
Das Past Progressive im Deutschen wird durch die Konstruktion "sein (Präteritum) + am + Tun + Infinitiv" gebildet. Obwohl dies die formal korrekte Form ist, werden im alltäglichen Sprachgebrauch oft das Imperfekt (Präteritum), das Wort "gerade" oder der Ausdruck "im Begriff sein" verwendet, um den Verlauf einer Handlung in der Vergangenheit auszudrücken. Achten Sie darauf, nicht direkt aus dem Englischen zu übersetzen und die Konstruktion nicht zu überstrapazieren. Durch die Beachtung dieser Tipps können Sie sicherstellen, dass Sie sich korrekt und natürlich auf Deutsch ausdrücken, wenn Sie über Handlungen sprechen, die in der Vergangenheit im Gange waren.
Merke: Die Umschreibung mit "am Tun sein" existiert, wird aber als sehr formell empfunden und ist im Alltag selten. Die Verwendung des Präteritums oder der Zusätze "gerade" oder "im Begriff sein" sind weitaus üblicher und klingen natürlicher.
