Wie Wird Past Perfect Gebildet
Herzlich willkommen in der Welt der deutschen Grammatik! Keine Sorge, es ist nicht so kompliziert, wie es aussieht. Heute nehmen wir uns das Plusquamperfekt vor, auch bekannt als die Vorvergangenheit. Für Touristen, Expats oder alle, die einen kürzeren Aufenthalt in Deutschland planen, ist das Verständnis dieser Zeitform zwar nicht überlebenswichtig, aber es kann deine Sprachkenntnisse enorm verbessern und dir helfen, komplexere Sachverhalte zu verstehen.
Was ist das Plusquamperfekt überhaupt?
Stell dir vor, du erzählst eine Geschichte über etwas, das in der Vergangenheit passiert ist. Und bevor das passiert ist, ist noch etwas anderes passiert. Das Plusquamperfekt wird verwendet, um genau diese Reihenfolge zu verdeutlichen: Es beschreibt eine Handlung, die vor einer anderen Handlung in der Vergangenheit stattgefunden hat. Man könnte sagen, es ist die Vergangenheit der Vergangenheit.
Denk an folgendes Beispiel: "Ich ging ins Kino, nachdem ich meine Hausaufgaben gemacht hatte." Hier ist das "ins Kino gehen" die Haupthandlung in der Vergangenheit (Präteritum oder Perfekt), und das "Hausaufgaben machen" ist die Handlung, die davor stattfand – also im Plusquamperfekt.
Wie wird das Plusquamperfekt gebildet?
Die gute Nachricht: Die Bildung des Plusquamperfekts ist eigentlich ziemlich einfach. Du brauchst dafür nur drei Dinge:
- Die Präteritum-Form von haben oder sein (Hilfsverben)
- Das Partizip II des Hauptverbs (auch bekannt als Partizip Perfekt)
Die Struktur ist also: hatte/war + Partizip II
Das Hilfsverb: Haben oder Sein?
Die Wahl des Hilfsverbs (haben oder sein) ist die gleiche wie beim Perfekt (die einfache Vergangenheit, die oft im Alltag verwendet wird). Hier ist eine kurze Zusammenfassung, wann du welches Hilfsverb verwendest:
- Haben: Die meisten Verben verwenden "haben". Dazu gehören transitive Verben (Verben, die ein Akkusativobjekt haben), reflexive Verben und Modalverben. Beispiele: Ich hatte gegessen, du hattest gelernt, er hatte sich gewaschen.
- Sein: "Sein" wird hauptsächlich mit Verben der Bewegung (die eine Ortsveränderung beschreiben), Verben der Zustandsänderung (die eine Veränderung des Zustands beschreiben) und einigen wenigen unregelmäßigen Verben verwendet. Beispiele: Ich war gegangen, du warst aufgestanden, er war geworden.
Merke dir: Wenn du dir unsicher bist, ob du "haben" oder "sein" verwenden musst, schau dir an, welches Hilfsverb du im Perfekt verwenden würdest. Es ist nämlich dasselbe im Plusquamperfekt!
Das Partizip II (Partizip Perfekt)
Das Partizip II ist die dritte Stammform eines Verbs. Es wird auch für die Bildung des Perfekts verwendet. Hier sind die grundlegenden Regeln für die Bildung:
- Regelmäßige Verben (schwache Verben): ge- + Verbstamm + -t
Beispiel: lernen -> gelernt, spielen -> gespielt, kaufen -> gekauft - Unregelmäßige Verben (starke Verben): ge- + veränderter Verbstamm + -en
Beispiel: essen -> gegessen, fahren -> gefahren, sehen -> gesehen - Gemischte Verben: ge- + veränderter Verbstamm + -t
Beispiel: denken -> gedacht, bringen -> gebracht, kennen -> gekannt - Verben, die auf -ieren enden: kein ge- + Verbstamm + -t
Beispiel: studieren -> studiert, telefonieren -> telefoniert, reparieren -> repariert - Untrennbare Verben (mit Präfixen wie be-, ge-, er-, ver-, ent-, zer-): kein ge- + Verbstamm + -t oder -en
Beispiel: bezahlen -> bezahlt, gefallen -> gefallen, erzählen -> erzählt - Trennbare Verben (mit Präfixen wie ab-, an-, auf-, aus-, ein-, vor-, zu-): ge- wird zwischen Präfix und Verbstamm eingefügt + -t oder -en
Beispiel: ankommen -> angekommen, aufstehen -> aufgestanden, zumachen -> zugemacht
Wichtig: Die unregelmäßigen Verben musst du leider auswendig lernen. Es gibt Listen mit den wichtigsten unregelmäßigen Verben im Deutschen, die du online oder in einem Grammatikbuch finden kannst. Je mehr du liest und sprichst, desto vertrauter wirst du mit ihnen!
Beispiele für das Plusquamperfekt
Um das Ganze zu veranschaulichen, hier ein paar Beispiele:
- Nachdem ich gegessen hatte, ging ich spazieren. (Nachdem ich mit dem Essen fertig war, bin ich spazieren gegangen.)
- Sie war sehr müde, weil sie die ganze Nacht gearbeitet hatte. (Sie war sehr müde, weil sie die ganze Nacht durchgearbeitet hatte.)
- Als wir ankamen, war das Konzert schon begonnen. (Als wir ankamen, hatte das Konzert bereits angefangen.)
- Er sagte, er habe das Buch schon gelesen. (Er sagte, er hatte das Buch bereits gelesen.) - Hier ist das Plusquamperfekt in indirekter Rede.
Wann verwenden wir das Plusquamperfekt?
Das Plusquamperfekt wird hauptsächlich in folgenden Situationen verwendet:
- Um eine Handlung zu beschreiben, die vor einer anderen Handlung in der Vergangenheit stattfand.
- In der indirekten Rede, wenn die ursprüngliche Aussage in der Vergangenheit im Perfekt oder Präteritum stand.
- Um eine Ursache zu nennen, die in der Vergangenheit vor einer anderen Handlung lag. (Wie im Beispiel: "Sie war sehr müde, weil sie die ganze Nacht gearbeitet hatte.")
Plusquamperfekt im Vergleich zum Perfekt und Präteritum
Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Plusquamperfekt, Perfekt und Präteritum zu verstehen. Hier ist eine kurze Zusammenfassung:
- Präteritum (einfache Vergangenheit): Wird hauptsächlich in geschriebener Sprache verwendet, besonders in Erzählungen. Beschreibt abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit.
- Perfekt (vollendete Gegenwart): Wird im Alltag oft anstelle des Präteritums verwendet. Beschreibt Handlungen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben und deren Ergebnis oder Auswirkung noch in der Gegenwart spürbar ist.
- Plusquamperfekt (Vorvergangenheit): Beschreibt eine Handlung, die vor einer anderen Handlung in der Vergangenheit stattfand.
Vereinfacht gesagt: Wenn du zwei Handlungen in der Vergangenheit hast, ist die, die zuerst passiert ist, im Plusquamperfekt, und die, die danach passiert ist, im Perfekt oder Präteritum.
Tipps und Tricks für das Plusquamperfekt
- Übung macht den Meister: Je mehr du das Plusquamperfekt verwendest, desto leichter wird es dir fallen. Versuche, einfache Sätze zu bilden und sie dann in komplexere Geschichten einzubauen.
- Lies deutsche Texte: Achte darauf, wie das Plusquamperfekt in Büchern, Artikeln und Zeitungen verwendet wird.
- Höre deutsche Gespräche: Obwohl das Plusquamperfekt nicht so häufig gesprochen wird wie das Perfekt, wirst du es trotzdem ab und zu hören. Achte auf den Kontext, in dem es verwendet wird.
- Keine Angst vor Fehlern: Jeder macht Fehler, besonders beim Sprachenlernen. Das Wichtigste ist, dass du dich traust zu sprechen und zu schreiben.
- Nutze Online-Ressourcen: Es gibt viele großartige Websites und Apps, die dir beim Deutschlernen helfen können, einschließlich Übungen zum Plusquamperfekt.
Fazit
Das Plusquamperfekt mag anfangs etwas einschüchternd wirken, aber mit ein wenig Übung und Verständnis der grundlegenden Regeln wirst du diese Zeitform bald beherrschen. Es ist ein wertvolles Werkzeug, um deine Deutschkenntnisse zu verbessern und komplexere Sachverhalte auszudrücken. Viel Erfolg beim Lernen und viel Spaß bei deinem Aufenthalt in Deutschland!
