Wieviel Wolle Für Pullover Gr. 40
Hallo ihr Lieben! Stellt euch vor, ihr sitzt in einem kleinen Café in den Schweizer Alpen, die Luft ist frisch, der Kaffee dampft und die Gedanken schweifen... zu einem neuen Strickprojekt! Vielleicht ein kuscheliger Pullover, der euch auf euren nächsten Reisen begleitet. Aber dann kommt diese Frage, die jedem Strickbegeisterten bekannt vorkommt: Wieviel Wolle brauche ich eigentlich? Besonders, wenn es um Größe 40 geht, kann das schon mal Kopfzerbrechen bereiten. Keine Sorge, ich helfe euch dabei, dieses Wollknäuel zu entwirren!
Ich erinnere mich gut an meinen ersten selbstgestrickten Pullover. Ein ambitioniertes Projekt für meine Reise nach Island. Ich hatte mir wunderschöne isländische Wolle besorgt, so richtig rustikal und warm. Aber beim Bestellen der Wolle war ich total unsicher. Habe ich genug? Zu viel? Am Ende hatte ich gefühlt einen ganzen Schrank voll mit Wolle übrig! Seitdem habe ich gelernt, wie man die Wollmenge besser einschätzt, und dieses Wissen möchte ich gerne mit euch teilen.
Die große Woll-Schätz-Formel für Größe 40
Es gibt natürlich keine magische Formel, die für jeden Pullover und jede Wolle gilt. Aber als grobe Richtlinie können wir uns an folgenden Punkten orientieren:
Faktoren, die den Wollverbrauch beeinflussen:
- Das Muster: Glatt rechts verbraucht weniger Wolle als Zopfmuster oder Jacquardmuster. Komplizierte Muster mit vielen Hebemaschen oder Noppen können den Wollverbrauch deutlich erhöhen.
- Die Wolle: Dicke Wolle (z.B. Chunky Wolle) braucht man natürlich weniger als dünne Wolle (z.B. Lace Wolle). Auch die Zusammensetzung spielt eine Rolle: Baumwolle ist oft schwerer als Merinowolle.
- Die Nadelstärke: Je dicker die Nadeln, desto lockerer wird das Gestrick und desto mehr Wolle wird verbraucht.
- Die Länge des Pullovers: Ein Longpullover braucht mehr Wolle als ein kurzes Top.
- Die Ärmel: Lange Ärmel brauchen mehr Wolle als 3/4-Ärmel oder gar keine Ärmel.
- Deine Strickfestigkeit: Strickst du eher fest oder locker? Das beeinflusst den Wollverbrauch enorm!
Grobe Schätzung für verschiedene Wollarten:
Hier ein paar Richtwerte, basierend auf meinen eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen anderer Strickerinnen. Bitte beachtet, dass es sich hierbei nur um Schätzungen handelt! Es ist immer besser, etwas mehr Wolle zu kaufen, als zu wenig.
- Merinowolle (Fingering Weight, Lauflänge ca. 400m/100g): Für einen schlichten Pullover in Größe 40 benötigt man ca. 400-500g. Bei Zopfmustern oder längeren Modellen kann der Verbrauch auf 500-600g steigen.
- Merinowolle (DK Weight, Lauflänge ca. 225m/100g): Hier reichen oft 500-600g für einen normalen Pullover. Bei komplizierten Mustern oder Longpullovern plane lieber 600-700g ein.
- Wolle mit ähnlicher Stärke wie Sockenwolle (4-fädig, Lauflänge ca. 420m/100g): Auch hier sind 400-500g ein guter Ausgangspunkt.
- Chunky Wolle (Bulky Weight, Lauflänge ca. 80-120m/100g): Mit dicker Wolle geht es schneller, aber man braucht auch mehr davon! Hier rechne ich für Größe 40 mit ca. 600-800g.
- Baumwolle (DK Weight, Lauflänge ca. 125m/50g): Da Baumwolle schwerer ist, benötigt man mehr. Plane hier mindestens 700-800g ein, besonders wenn das Muster dicht gestrickt ist.
Wichtig: Diese Angaben beziehen sich auf einen klassischen, normal langen Pullover mit langen Ärmeln und einem einfachen Muster. Wenn du ein sehr lockeres Muster strickst oder den Pullover kürzer machst, kannst du natürlich Wolle sparen.
So vermeidest du Woll-Fehlkäufe: Meine Tipps
Ich habe im Laufe der Jahre einige Tricks gelernt, um den Wollverbrauch besser einschätzen zu können. Hier sind meine besten Tipps:
- Strick eine Maschenprobe! Das ist das A und O! Miss deine Maschenprobe aus und rechne hoch, wie viele Maschen und Reihen du für deinen Pullover benötigst. Dann kannst du anhand der Lauflänge der Wolle berechnen, wie viel du brauchst.
- Schau dir Projekte auf Ravelry an! Ravelry ist eine Goldmine für Strickerinnen. Dort findest du unzählige Projekte mit Angabe des Wollverbrauchs. Such nach einem ähnlichen Pullover in Größe 40 und schau, wie viel Wolle die anderen Strickerinnen verbraucht haben.
- Frag im Wollgeschäft nach! Die Verkäuferinnen im Wollgeschäft haben oft jahrelange Erfahrung und können dir anhand deines Musters und deiner Wolle eine gute Schätzung geben.
- Kaufe lieber etwas mehr Wolle! Es ist wirklich ärgerlich, wenn dir mitten im Projekt die Wolle ausgeht und du keine mehr nachbestellen kannst, weil die Farbe ausverkauft ist oder eine andere Partie anders gefärbt ist. Kaufe lieber einen Knäuel mehr, als zu wenig. Was übrig bleibt, kannst du für ein anderes Projekt verwenden oder verschenken.
- Dokumentiere dein Projekt! Notiere dir, wie viel Wolle du für jede Partie des Pullovers verbraucht hast (z.B. für den Rumpf, die Ärmel, den Kragen). So hast du beim nächsten Mal eine bessere Grundlage für deine Schätzung.
Ein paar persönliche Anekdoten
Ich erinnere mich an ein Mal, als ich für einen Islandpullover für meine Freundin gestrickt habe. Ich hatte die Wolle online bestellt und mich auf die Angaben des Herstellers verlassen. Leider war die Wolle viel dicker als erwartet und ich hatte am Ende viel zu viel übrig. Aber was soll ich sagen? Daraus ist dann eben noch eine passende Mütze und ein Schal entstanden! Manchmal entstehen die besten Projekte aus Fehlkäufen.
Ein anderes Mal habe ich einen Pullover mit einem sehr komplizierten Zopfmuster gestrickt. Ich hatte extra viel Wolle gekauft, aber trotzdem hat es am Ende nicht gereicht. Ich musste mühsam Wolle nachbestellen und hoffen, dass die Farbe passt. Das war eine echte Nervenprobe! Seitdem bin ich noch vorsichtiger beim Schätzen des Wollverbrauchs.
Fazit: Es ist ein Abenteuer!
Das Schätzen des Wollverbrauchs ist manchmal ein bisschen wie eine Reise ins Unbekannte. Manchmal klappt alles perfekt, manchmal gibt es Überraschungen. Aber gerade das macht das Stricken ja so spannend! Mit meinen Tipps und den groben Richtwerten bist du aber gut gerüstet, um dein nächstes Pulloverprojekt in Größe 40 anzugehen.
Also, schnapp dir deine Nadeln, such dir deine Lieblingswolle aus und lass deiner Kreativität freien Lauf! Ich wünsche dir viel Spaß beim Stricken und freue mich, wenn du deine Erfahrungen mit mir teilst! Und wer weiß, vielleicht begegnen wir uns ja mal in einem kleinen Café in den Bergen und können uns über unsere Strickprojekte austauschen! Bis dahin, alles Liebe!
Disclaimer: Die Angaben in diesem Artikel sind Schätzungen und basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen. Der tatsächliche Wollverbrauch kann variieren.
