Will Future Going To Future übungen
Das Erlernen der deutschen Grammatik kann für Neuankömmlinge und Expats eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn es um die verschiedenen Arten der Zukunftsformen geht. Die Unterscheidung zwischen dem Futur I (werden + Infinitiv) und der "Going-to-Future"-Umschreibung (werden + zu + Infinitiv), oft als "Futur mit zu" bezeichnet, ist dabei ein häufiges Problem. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, diese beiden Formen zu verstehen, ihre Unterschiede zu erkennen und sie korrekt anzuwenden.
Das Futur I: Die klassische Zukunftsform
Das Futur I, gebildet mit dem Hilfsverb "werden" und dem Infinitiv des Vollverbs, ist die traditionelle deutsche Zukunftsform. Es drückt Vorhersagen, Absichten oder Vermutungen über die Zukunft aus.
Bildung des Futur I
Die Bildung ist relativ einfach: Sie konjugieren das Verb "werden" (ich werde, du wirst, er/sie/es wird, wir werden, ihr werdet, sie/Sie werden) und stellen den Infinitiv des eigentlichen Verbs ans Ende des Satzes.
Beispiele:
- Ich werde morgen arbeiten. (Ich werde morgen arbeiten.)
- Du wirst das schaffen. (Du wirst das schaffen.)
- Er wird ein Buch lesen. (Er wird ein Buch lesen.)
- Wir werden nach Berlin fahren. (Wir werden nach Berlin fahren.)
- Ihr werdet das verstehen. (Ihr werdet das verstehen.)
- Sie werden uns helfen. (Sie werden uns helfen.)
Verwendung des Futur I
Das Futur I wird hauptsächlich in folgenden Fällen verwendet:
- Vorhersagen: Aussagen über zukünftige Ereignisse, die der Sprecher als wahrscheinlich erachtet.
Beispiel: Es wird morgen regnen.
- Absichten: Ausdrücke von Plänen oder Vorhaben für die Zukunft.
Beispiel: Ich werde später anrufen.
- Vermutungen: Annahmen über gegenwärtige oder zukünftige Ereignisse.
Beispiel: Er wird jetzt zu Hause sein. (Vermutung über die Gegenwart)
Beispiel: Sie wird das schon wissen. (Vermutung über die Zukunft)
- Versprechungen: Zusicherungen, etwas in der Zukunft zu tun.
Beispiel: Ich werde dir helfen.
Die "Going-to-Future"-Umschreibung (Futur mit zu)
Die "Going-to-Future"-Umschreibung, oder das "Futur mit zu", ist eine alternative Möglichkeit, Zukünftiges auszudrücken. Sie ähnelt der englischen "going to"-Konstruktion und wird verwendet, um auszudrücken, dass etwas geplant oder beabsichtigt ist. Im Deutschen besteht sie aus "werden" + "zu" + Infinitiv. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Form nicht immer stilistisch elegant ist und im Deutschen nicht so gebräuchlich ist wie im Englischen.
Bildung des Futur mit zu
Die Bildung erfolgt durch die Kombination des konjugierten Verbs "werden", der Präposition "zu" und dem Infinitiv des Vollverbs.
Beispiele:
- Ich werde das zu machen haben. (Ich werde das machen müssen.)
- Du wirst das zu erledigen haben. (Du wirst das erledigen müssen.)
- Er wird das zu lernen haben. (Er wird das lernen müssen.)
- Wir werden die Aufgabe zu beenden haben. (Wir werden die Aufgabe beenden müssen.)
- Ihr werdet das zu verstehen haben. (Ihr werdet das verstehen müssen.)
- Sie werden die Rechnung zu bezahlen haben. (Sie werden die Rechnung bezahlen müssen.)
Wichtiger Hinweis: Das "zu" steht immer vor dem Infinitiv des Vollverbs. Beachten Sie auch, dass diese Konstruktion oft in Kombination mit Modalverben wie "haben", "sein" oder "scheinen" verwendet wird, um die Bedeutung zu modifizieren.
Verwendung des Futur mit zu
Das "Futur mit zu" wird primär verwendet, um:
- Notwendigkeit oder Verpflichtung auszudrücken: Dies ist die häufigste Verwendung. Die Konstruktion drückt aus, dass etwas getan werden muss. In vielen Fällen kann dies besser durch ein Modalverb wie "müssen" ausgedrückt werden.
Beispiel: Ich werde das zu tun haben. (Ich muss das tun.) (Besser: Ich muss das tun.)
- Eine geplante oder beabsichtigte Handlung hervorzuheben: Obwohl weniger gebräuchlich, kann es verwendet werden, um die Absicht zu betonen. Auch hier ist die Verwendung des Präsens mit einer Zeitangabe oft stilistisch besser.
Beispiel: Ich werde dich morgen zu besuchen haben. (Ich habe vor, dich morgen zu besuchen.) (Besser: Ich besuche dich morgen.)
- Eine unausweichliche Zukunft darzustellen: Manchmal wird es verwendet, um zu betonen, dass etwas definitiv geschehen wird, oft mit einer negativen Konnotation.
Beispiel: Wir werden alle eines Tages zu sterben haben. (Wir werden alle eines Tages sterben müssen.)
Der Unterschied in der Anwendung
Der Hauptunterschied liegt in der Nuance und Häufigkeit der Verwendung. Das Futur I ist die Standardform für zukünftige Ereignisse, während das "Futur mit zu" spezifischere Bedeutungen hat und weniger oft verwendet wird. Es ist essentiell, das Futur mit zu nicht überzustrapazieren, da es schnell unnatürlich klingen kann.
Hier eine Gegenüberstellung:
- Futur I: Allgemeine Vorhersagen, Absichten, Vermutungen, Versprechungen.
Beispiel: Ich werde morgen einkaufen gehen.
- Futur mit zu: Notwendigkeit, Verpflichtung, betonte Absicht, unausweichliche Zukunft (eher selten und oft durch andere Konstruktionen besser ersetzbar).
Beispiel: Ich werde morgen einzukaufen zu gehen haben. (Klingt unnatürlich. Besser: Ich muss morgen einkaufen gehen.)
Praktische Tipps für die Anwendung
Um die korrekte Form zu wählen, beachten Sie folgende Tipps:
- Verwenden Sie das Futur I für allgemeine Aussagen über die Zukunft. Es ist die sicherste und gängigste Option.
- Seien Sie vorsichtig mit dem "Futur mit zu". Fragen Sie sich, ob Sie wirklich eine Notwendigkeit oder Verpflichtung betonen wollen. In vielen Fällen ist die Verwendung von "müssen" oder einer anderen Konstruktion präziser und stilistisch eleganter.
- Achten Sie auf den Kontext. Der Kontext eines Satzes kann Aufschluss darüber geben, welche Form angemessen ist.
- Lesen Sie deutsche Texte und hören Sie deutschen Sprechern zu. Dies hilft Ihnen, ein Gefühl für den natürlichen Sprachgebrauch zu entwickeln.
- Fragen Sie Muttersprachler um Rat. Sie können Ihnen helfen, subtile Unterschiede in der Bedeutung zu verstehen.
Übungen
Um Ihr Verständnis zu festigen, versuchen Sie die folgenden Übungen:
- Übersetzen Sie die folgenden Sätze ins Deutsche, sowohl mit Futur I als auch (wenn möglich und sinnvoll) mit dem "Futur mit zu":
- I will visit you tomorrow.
- I have to clean the house.
- It will rain tomorrow.
- We are going to finish this project.
- Bilden Sie eigene Sätze im Futur I und im "Futur mit zu". Achten Sie darauf, dass die "Futur mit zu"-Sätze die richtige Bedeutung (Notwendigkeit, Verpflichtung) transportieren.
- Analysieren Sie deutsche Texte und identifizieren Sie Beispiele für Futur I und "Futur mit zu". Versuchen Sie zu erklären, warum die jeweilige Form gewählt wurde.
Durch regelmäßige Übung und bewusste Anwendung der Regeln werden Sie die deutschen Zukunftsformen sicher beherrschen. Denken Sie daran, dass Sprache ein lebendiges System ist und es Zeit und Übung braucht, um sie fließend zu beherrschen. Viel Erfolg!
