Will Future Oder Going To Future übungen
Die deutsche Zukunft: "Werden" mit Infinitiv vs. Zukünftige Nutzung von "Gehen" und Übungen
Die deutsche Sprache bietet verschiedene Möglichkeiten, über die Zukunft zu sprechen. Die häufigste und formellste Methode ist die Verwendung des Hilfsverbs "werden" in Kombination mit dem Infinitiv des Hauptverbs. Daneben gibt es jedoch umgangssprachlichere Alternativen wie die Verwendung von "gehen" mit Infinitiv, die oft Verwirrung stiften können. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede, Anwendungsbereiche und gibt praktische Übungen, um die korrekte Verwendung der deutschen Futurformen zu meistern.
Das Futur I mit "werden"
Die Bildung des Futur I ist relativ einfach. Sie benötigen das konjugierte Hilfsverb "werden" und den Infinitiv des Hauptverbs am Ende des Satzes.
Beispiel:
Ich werde morgen arbeiten. (I will work tomorrow.)
Die Konjugation von "werden" im Präsens ist:
- ich werde
- du wirst
- er/sie/es wird
- wir werden
- ihr werdet
- sie/Sie werden
Verwendung des Futur I:
- Vorhersagen: Um zukünftige Ereignisse oder Zustände vorauszusagen.
- Absichten: Um zukünftige Pläne oder Absichten auszudrücken.
- Vermutungen: Um Vermutungen über die Zukunft oder die Gegenwart zu äußern (oft in Kombination mit Modalverben wie "wohl" oder "sicher").
- Versprechen: Um Versprechen zu geben.
Es wird regnen. (It will rain.)
Ich werde Deutsch lernen. (I will learn German.)
Er wird wohl schon zu Hause sein. (He will probably be home already.)
Ich werde dir helfen. (I will help you.)
Wichtig: In der gesprochenen Sprache wird das Futur I oft durch das Präsens mit einer Zeitangabe ersetzt, wenn die Zukunft sehr nah ist und die Wahrscheinlichkeit der Ausführung hoch ist.
Ich gehe morgen ins Kino. (anstatt: Ich werde morgen ins Kino gehen.)
Umgangssprachliche Alternative: "Gehen" mit Infinitiv
Die Konstruktion "gehen" + Infinitiv ist eine umgangssprachliche Alternative zum Futur I. Sie drückt eine unmittelbare Absicht oder einen bevorstehenden Plan aus.
Beispiel:
Ich gehe einkaufen. (I am going shopping / I will go shopping shortly.)
Die Konstruktion ähnelt der englischen "going to"-Zukunft. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Form nicht in formellen Kontexten oder schriftlichen Texten verwendet werden sollte.
Verwendung von "Gehen" + Infinitiv:
- Unmittelbare Absichten: Um Pläne auszudrücken, die in naher Zukunft realisiert werden.
- Bevorstehende Ereignisse: Um Ereignisse anzukündigen, die kurz bevorstehen.
Wir gehen jetzt essen. (We are going to eat now.)
Es geht los! (It's about to start!)
Wichtig: Die Verwendung von "gehen" + Infinitiv impliziert oft eine höhere Gewissheit und Unmittelbarkeit als das Futur I. Es wird häufig verwendet, wenn die Handlung bereits geplant ist und kurz bevorsteht. Achten Sie darauf, dass diese Konstruktion regional unterschiedlich stark verbreitet ist. In Süddeutschland ist sie weniger üblich als im Norden.
Unterschiede und Abgrenzung
Der Hauptunterschied zwischen "werden" + Infinitiv und "gehen" + Infinitiv liegt im Grad der Formalität und der Betonung der zeitlichen Nähe:
- Formalität: "Werden" + Infinitiv ist die formellere und grammatisch korrekte Form, die in allen Kontexten verwendet werden kann. "Gehen" + Infinitiv ist umgangssprachlich und sollte in formellen Situationen vermieden werden.
- Zeitliche Nähe: "Gehen" + Infinitiv impliziert oft eine größere zeitliche Nähe und eine stärkere Absicht als "werden" + Infinitiv.
- Regionalität: Die Verwendung von "gehen" + Infinitiv variiert regional.
Beispiel:
Ich werde nächstes Jahr nach Berlin ziehen. (Ich plane, nächstes Jahr nach Berlin zu ziehen. Es ist ein Plan, aber nicht unbedingt unmittelbar bevorstehend.)
Ich gehe jetzt nach Berlin ziehen. (Ich bin gerade dabei, nach Berlin umzuziehen, z.B. ich stehe mit gepackten Koffern vor der Tür.)
Übungen zur Anwendung der Futurformen
Um die korrekte Verwendung von "werden" + Infinitiv und "gehen" + Infinitiv zu üben, sind hier einige Übungen:
- Übung 1: Sätze umwandeln. Wandeln Sie die folgenden Sätze im Präsens in Sätze im Futur I mit "werden" um:
- Ich mache meine Hausaufgaben.
- Wir besuchen unsere Freunde.
- Sie kauft ein neues Auto.
- Er reist nach Italien.
- Du lernst Deutsch.
- Übung 2: Sätze umformulieren. Formulieren Sie die folgenden Sätze mit "werden" + Infinitiv in Sätze mit "gehen" + Infinitiv um (wenn möglich und sinnvoll). Erklären Sie, warum in einigen Fällen die Umformulierung nicht optimal ist.
- Ich werde morgen einkaufen gehen.
- Wir werden in den Urlaub fahren.
- Er wird eine Rede halten.
- Sie wird das Buch lesen.
- Du wirst die Prüfung bestehen.
- Übung 3: Eigene Sätze bilden. Bilden Sie fünf eigene Sätze, die eine Vorhersage über die Zukunft mit "werden" + Infinitiv treffen.
- Übung 4: Dialoge vervollständigen. Vervollständigen Sie die folgenden Dialoge mit der korrekten Futurform ("werden" + Infinitiv oder "gehen" + Infinitiv):
- A: Was machst du heute Abend? B: Ich _________ (ins Kino / gehen).
- A: Glaubst du, dass es morgen regnen wird? B: Ja, ich glaube, es _________ (regnen).
- A: Hast du schon Pläne für das Wochenende? B: Ja, wir _________ (einen Ausflug / machen).
Lösungen zu den Übungen
- Übung 1:
- Ich werde meine Hausaufgaben machen.
- Wir werden unsere Freunde besuchen.
- Sie wird ein neues Auto kaufen.
- Er wird nach Italien reisen.
- Du wirst Deutsch lernen.
- Übung 2:
- Ich gehe morgen einkaufen. (Möglich, drückt unmittelbare Absicht aus)
- Wir gehen in den Urlaub fahren. (Klingt ungewöhnlich, "fahren" ist hier nicht ideal)
- Er geht eine Rede halten. (Klingt unnatürlich, "halten" ist hier nicht ideal, man würde eher sagen "Er wird eine Rede halten" oder "Er hält gleich eine Rede")
- Sie geht das Buch lesen. (Möglich, drückt unmittelbare Absicht aus)
- Du gehst die Prüfung bestehen. (Möglich, drückt unmittelbare Absicht aus)
- Übung 3: (Beispiele)
- Die Wirtschaft wird wachsen.
- Die Temperaturen werden steigen.
- Ich werde ein neues Haus bauen.
- Wir werden eine neue Regierung wählen.
- Die Technologie wird sich weiterentwickeln.
- Übung 4:
- A: Was machst du heute Abend? B: Ich gehe ins Kino. (oder: Ich werde ins Kino gehen.)
- A: Glaubst du, dass es morgen regnen wird? B: Ja, ich glaube, es wird regnen.
- A: Hast du schon Pläne für das Wochenende? B: Ja, wir werden einen Ausflug machen. (oder umgangssprachlich: Ja, wir gehen einen Ausflug machen.)
Zusammenfassung
Die Kenntnis der Unterschiede zwischen "werden" + Infinitiv und "gehen" + Infinitiv ist entscheidend für ein besseres Verständnis und eine flüssigere Kommunikation im Deutschen. Während "werden" die formelle und vielseitigste Option ist, ermöglicht "gehen", Absichten und bevorstehende Ereignisse auf eine umgangssprachliche und nachdrückliche Weise auszudrücken. Durch Übung und aufmerksames Zuhören werden Sie die Nuancen dieser Futurformen meistern und Ihre Deutschkenntnisse verbessern.
Vergessen Sie nicht, dass das Erlernen einer neuen Sprache ein Prozess ist. Seien Sie geduldig mit sich selbst und üben Sie regelmäßig. Viel Erfolg!
