William Henley Poem Invictus
Kennt ihr das Gefühl, wenn alles schiefgeht? So richtig, von morgens bis abends? Der Toast fällt mit der Marmeladenseite nach unten, der Bus fährt vor der Nase weg, und der Chef hat auch noch schlechte Laune? Tja, William Ernest Henley kannte das nur zu gut, aber er hat sich davon nicht unterkriegen lassen. Und das hat er in einem Gedicht verewigt, das fast schon eine Art Superkraft hat: Invictus.
Jetzt denkt ihr vielleicht: "Oh nein, ein Gedicht… Ist das nicht staubtrocken und langweilig?" Aber keine Sorge, Invictus ist anders. Es ist wie ein Faustschlag gegen die Widrigkeiten, ein lautes "Papperlapapp!" zum Schicksal. Stellt euch Henley vor, wie er mit hochgekrempelten Ärmeln und einem Grinsen im Gesicht dem Universum die Zunge rausstreckt. So in etwa fühlt sich das Gedicht an.
Und warum war Henley so gut darin, dem Schicksal die Stirn zu bieten? Nun, sein Leben war alles andere als einfach. Als Kind litt er an Tuberkulose, und im Teenageralter musste ihm ein Bein amputiert werden. Autsch! Aber anstatt sich zu Hause zu verkriechen und Trübsal zu blasen, sagte sich Henley wohl: "Okay, ein Bein weg, na und? Dann mache ich eben mit einem Bein weiter!" (Oder so ähnlich, wahrscheinlich hat er es etwas eleganter formuliert). Und genau diese Haltung steckt in Invictus.
Ein Gedicht, das Mut macht
Das Gedicht selbst ist nicht lang, nur vier kurze Strophen. Aber jede Zeile knallt. Es beginnt mit der berühmten Zeile: "Out of the night that covers me, Black as the Pit from pole to pole..." – also quasi "Aus der Nacht, die mich umhüllt, so finster wie die Hölle selbst...". Schon mal ein sanfter Einstieg, oder? Aber Henley lässt sich davon nicht beeindrucken. Er beschreibt, wie er trotz all des Schreckens und der Dunkelheit seinen Kopf oben behält. Er dankt den Göttern (oder was auch immer er sich vorgestellt hat) für seine "unbezwingbare Seele".
Und dann kommt der Knaller: "In the fell clutch of circumstance I have not winced nor cried aloud. Under the bludgeonings of chance My head is bloody, but unbowed." – "In der eisernen Umklammerung des Schicksals habe ich weder gezuckt noch laut geweint. Unter den Schlägen des Zufalls ist mein Kopf blutig, aber nicht gebeugt." Ist das nicht cool? Stellt euch vor, ihr seid mitten im größten Chaos, aber ihr steht da wie ein Fels in der Brandung, unerschütterlich. Genau das will Henley uns vermitteln.
Die Macht der Selbstbestimmung
Und hier kommt der Clou: Henley sieht sich nicht als Opfer. Er jammert nicht über sein Schicksal, sondern nimmt sein Leben selbst in die Hand. Er ist der "Master of my fate, I am the captain of my soul." – "Der Meister meines Schicksals, der Kapitän meiner Seele." Das ist wie eine kleine, persönliche Revolution! Er sagt uns damit, dass wir selbst für unser Glück (oder Unglück) verantwortlich sind. Wir können zwar nicht alles kontrollieren, was uns passiert, aber wir können kontrollieren, wie wir darauf reagieren. Und das ist eine unglaublich befreiende Vorstellung.
Invictus wurde zu einem echten Mutmacher für viele Menschen. Nelson Mandela zum Beispiel soll das Gedicht während seiner langen Haft auf Robben Island rezitiert haben. Stellt euch vor, er sass in einer kleinen Zelle, umgeben von Dunkelheit und Ungewissheit, und flüsterte sich diese Zeilen zu. Das Gedicht hat ihm Kraft gegeben, durchzuhalten und seinen Glauben an eine bessere Zukunft nicht zu verlieren. Wenn das kein Beweis für die Power von Poesie ist, dann weiss ich auch nicht!
Aber auch im ganz normalen Alltag kann Invictus uns helfen. Wenn wir uns mal wieder im Hamsterrad gefangen fühlen, wenn die To-Do-Liste endlos ist und die Probleme über uns zusammenbrechen, dann können wir uns an Henleys Worte erinnern. Wir sind vielleicht nicht immer der Kapitän unseres Lebens, aber wir können zumindest versuchen, das Steuer in die Hand zu nehmen und uns nicht von den Wellen davontragen zu lassen. Wir können uns sagen: "Okay, das ist jetzt blöd, aber ich lasse mich nicht unterkriegen! Ich bin Invictus – unbezwingbar!"
Also, das nächste Mal, wenn ihr einen schlechten Tag habt, denkt an Invictus. Lest das Gedicht, sprecht es laut aus, oder schreibt es auf einen Zettel und klebt ihn an den Kühlschrank. Lasst euch von Henleys unbändigem Willen inspirieren und erinnert euch daran, dass ihr mehr Kraft habt, als ihr denkt. Und wer weiss, vielleicht könnt ihr dem Schicksal ja auch mal die Zunge rausstrecken! Ein bisschen Humor hat noch nie geschadet.
Und das Beste daran? Ihr müsst kein Literaturwissenschaftler sein, um Invictus zu verstehen. Es ist ein Gedicht für jeden, egal ob jung oder alt, ob gebildet oder nicht. Es ist ein Gedicht für alle, die sich manchmal ein bisschen verloren fühlen und einen kleinen Schubs in die richtige Richtung brauchen. Es ist ein Gedicht, das uns daran erinnert, dass wir alle ein bisschen Henley in uns haben. Ein bisschen Unbezwingbarkeit, ein bisschen Mut, ein bisschen "Ich-lasse-mich-nicht-unterkriegen-Mentalität". Und das ist doch eine schöne Vorstellung, oder?
Also, worauf wartet ihr noch? Geht raus und seid Invictus!
