Wir Melden Uns Anfang Nächster Woche Vorstellungsgespräch
Kennt ihr das Gefühl, wenn eine E-Mail im Postfach landet, die alles verändern könnte? Eine E-Mail, die den Alltag in ein spannendes Abenteuer verwandelt? Bei uns war es neulich wieder so. Betreff: "Wir melden uns Anfang nächster Woche..."
Der Nervenkitzel des Wartens
Ach ja, diese Worte! Sie sind wie ein Versprechen, eine Andeutung, eine Flüstern aus einer besseren Zukunft. "Wir melden uns Anfang nächster Woche..." Übersetzt heißt das so viel wie: "Halt dich fest, vielleicht geht's bald los!"
Die Zeit danach? Eine Achterbahn der Gefühle. Montagfrüh: Hoffnung pur. Jedes Klingeln des Telefons, jedes Plopp einer neuen E-Mail wird mit Herzrasen quittiert. Montagmittag: Die Hoffnung schwindet ein wenig. Vielleicht doch erst Dienstag? Oder gar Mittwoch? Das Universum ist ein sadistischer Komödiant!
Montagnachmittag: Die Resignation kriecht langsam hoch. Man fängt an, die Wohnung zu putzen, alte Rechnungen zu sortieren, den Keller aufzuräumen. Ablenkung ist alles! Hauptsache, man denkt nicht ständig an diese verdammte E-Mail.
Dienstag: Ein neuer Tag, ein neues Glück! Die Hoffnung flammt wieder auf. Man geht besonders sorgfältig ins Büro, kleidet sich ein bisschen schicker (nur für den Fall!), und checkt alle fünf Minuten das E-Mail-Postfach. Und was ist? Nichts. Absolute Stille. Funkstille.
Mittwoch: Der Zenit der Ungeduld ist erreicht. Man fantasiert über die Personalabteilung: Sitzen die alle gemütlich bei Kaffee und Kuchen und haben vergessen, dass es da draußen jemanden gibt, dessen Leben von dieser einen E-Mail abhängt?
Die Kunst der Selbstberuhigung
In solchen Momenten muss man zu inneren Frieden finden. Tief durchatmen. Sich sagen: "Es ist nicht persönlich. Es ist Business." Oder: "Vielleicht haben sie ja auch nur viel zu tun." Oder: "Ich bin fantastisch! Egal, was passiert!"
Manchmal hilft es auch, die Situation ins Lächerliche zu ziehen. Man stellt sich vor, wie die Personalchefs in einem Raum sitzen und Dart auf ein Foto von einem werfen. Oder wie sie eine Münze werfen, um zu entscheiden, wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.
Der Anruf, der alles ändert
Und dann, oft im unerwartetsten Moment, klingelt das Telefon. Oder ploppt die E-Mail auf. "Guten Tag, hier ist Frau Müller von der Firma SuperAG. Wir würden Sie gerne zu einem Vorstellungsgespräch einladen..."
Ein Freudenschrei, ein Luftsprung, ein kleiner Tanz durchs Büro. Endlich! Die Achterbahnfahrt hat ein vorläufiges Happy End. Jetzt beginnt die nächste Etappe: Die Vorbereitung auf das Gespräch. Das Recherchieren über die Firma. Das Üben von Antworten auf knifflige Fragen. Das Bügeln des besten Anzugs oder Kostüms.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Das Schönste an der ganzen Sache ist aber, dass diese kleine Wartezeit, diese Ungewissheit, diese Spannung, uns daran erinnert, wie wichtig uns das Ganze eigentlich ist. Wie sehr wir uns diesen Job, diese Chance wünschen.
Es ist wie bei einem spannenden Buch: Man will unbedingt wissen, wie es ausgeht, aber gleichzeitig will man, dass die Geschichte noch ein bisschen weitergeht. Weil man das Gefühl, das es einem gibt, so sehr genießt.
Also, wenn ihr das nächste Mal eine E-Mail mit dem Betreff "Wir melden uns Anfang nächster Woche..." bekommt, dann atmet tief durch, genießt die Achterbahnfahrt und freut euch auf alles, was kommt. Denn selbst wenn es am Ende nicht klappt, habt ihr eine spannende Geschichte zu erzählen. Und das ist ja auch schon etwas wert.
Und wer weiß, vielleicht ist ja genau diese Geschichte der Beginn eines neuen, aufregenden Kapitels in eurem Leben.
Denn manchmal ist die Reise eben doch das Ziel. Und manchmal ist das Warten die schönste Nebensache der Welt.
