Wo Sie Nie Suchen Würden God Of War
Wisst ihr, wo man Kratos, den God of War, am allerwenigsten vermuten würde? Nicht im strahlenden Olymp, wo er einst thronte und für jede Menge Ärger sorgte. Nein, auch nicht in den tiefsten, finstersten Höhlen der griechischen Unterwelt, wo er schon unzählige Male Hausbesuche abstattete. Und schon gar nicht in einem Zumba-Kurs! Obwohl... das wäre eigentlich ein ganz witziges Bild, nicht wahr?
Aber nein, der Ort, an dem man Kratos am wenigsten erwarten würde, ist… ein ganz normales Familienleben. Ja, richtig gelesen! Der Mann, der Götter erschlug wie Fliegen, findet sich plötzlich in der Rolle des alleinerziehenden Vaters wieder. Und das in der frostigen, nordischen Mythologie! Stell dir vor: Statt Sandburgen baut man Iglus, statt Gute-Nacht-Geschichten erzählt man Sagen über Thor und Odin, und statt „Ich hab dich lieb“ heißt es eher „Sei stark, Junge!“.
Der unerwartete Papa-Bär
Es ist schon herrlich ironisch: Kratos, der einst für seine unbändige Wut bekannt war, versucht nun, seinem Sohn Atreus beizubringen, seine eigenen Emotionen zu kontrollieren. Der ehemalige Kriegsgott als Geduldslehrer! Das ist ungefähr so, als würde man einen Pitbull bitten, auf einen Hamster aufzupassen. Es gibt Momente, in denen man einfach nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte, weil die Chemie zwischen den beiden so explosiv ist.
Aber genau das macht die Geschichte so fesselnd. Kratos ist kein perfekter Vater. Er macht Fehler, er ist ungeduldig, und er hat eine Vergangenheit, die dunkler ist als die tiefste Nacht. Aber er versucht es. Er versucht, für Atreus da zu sein, ihn zu beschützen und ihm das beizubringen, was er über das Leben weiß – oder zumindest glaubt zu wissen. Und das ist, trotz aller Härte und Brutalität der Spielwelt, unglaublich berührend.
Erziehung im Angesicht des Weltuntergangs
Und was macht man als Vater, wenn die nordische Mythologie gerade den Ragnarök plant? Richtig, man geht auf einen Roadtrip! Zusammen mit Atreus begibt sich Kratos auf eine gefährliche Reise, um die Asche seiner verstorbenen Frau auf dem höchsten Berg der neun Reiche zu verstreuen. Unterwegs treffen sie auf allerlei Gestalten: freundliche Zwerge, mächtige Walküren, hinterlistige Götter und natürlich jede Menge Monster, die nur darauf warten, Kratos in Stücke zu reißen.
Diese Reise ist aber nicht nur ein Wettlauf gegen die Zeit und den Weltuntergang, sondern auch eine Reise der Selbstfindung. Kratos muss sich seiner Vergangenheit stellen, seine Fehler eingestehen und lernen, sich zu öffnen. Und Atreus? Der lernt, mit seinen eigenen Kräften umzugehen und seinen Platz in der Welt zu finden. Es ist im Grunde eine Coming-of-Age-Geschichte, nur eben mit Axt und Schild statt Pickel und Liebeskummer.
„Boy!“ – Dieser Ausruf, der von Kratos immer und immer wieder verwendet wird, ist fast schon zum Running Gag geworden. Aber er symbolisiert auch die tiefe Verbundenheit zwischen Vater und Sohn. Kratos mag kein Mann großer Worte sein, aber in diesem einen Wort steckt all seine Zuneigung und Sorge um Atreus.
Und mal ehrlich, wer hätte gedacht, dass ein Spiel, in dem es hauptsächlich darum geht, Monster zu zerlegen und Götter zu verprügeln, so viel Herz haben könnte? God of War hat uns gezeigt, dass auch ein Kriegsgott ein weiches Herz haben kann – und dass Familie das Wichtigste ist, selbst wenn man gerade versucht, den Weltuntergang zu verhindern.
Also, wenn ihr das nächste Mal in einer Videospielhandlung nach dem Ort sucht, an dem Kratos am unwahrscheinlichsten zu finden ist, denkt daran: Es ist nicht der Olymp, nicht die Unterwelt, sondern ein ganz normales Familienleben, in dem ein Vater versucht, sein Bestes zu geben – auch wenn sein Bestes bedeutet, Monster zu töten und seinem Sohn beizubringen, wie man eine Axt wirft. Und vielleicht, ganz vielleicht, ist das ja auch der Ort, an dem er letztendlich Frieden findet.
