Woher Kommt Die Sauce Hollandaise
Wisst ihr, liebe Freunde des guten Geschmacks, woher die Sauce Hollandaise kommt? Also, die Antwort ist... komplizierter als ihr denkt! Vergesst die Vorstellung von holländischen Windmühlen und Käsefeldern – das ist nur die halbe Wahrheit (oder vielleicht auch weniger).
Die Geschichte beginnt nämlich, Überraschung!, in Frankreich. Ja, genau, im Mutterland aller Saucen. Genauer gesagt, man munkelt, sie sei aus der Normandie gekommen. Aber bevor ihr jetzt "Oh là là!" ruft, haltet eure Kochlöffel fest. Denn es geht noch verwirrender weiter.
Es gab da nämlich eine Sauce, die nannte man früher "Sauce Isigny". Isigny-sur-Mer ist eine Stadt in der Normandie, bekannt für ihre Butter (die ja in einer Hollandaise nicht ganz unwichtig ist, sagen wir's mal so). Diese "Sauce Isigny" soll so ähnlich gewesen sein wie die Hollandaise, die wir heute kennen. Ob sie nun die Urmutter ist oder nicht, darüber streiten sich die Gelehrten.
Die Holländer im Spiel
So, wo kommen jetzt aber die Holländer ins Spiel? Hier wird’s ein bisschen neblig, wie an einem typischen Tag an der Nordseeküste. Es gibt nämlich eine Theorie (und Theorien gibt es viele in der Welt der Soßen!), die besagt, dass französische Köche, die im 17. Jahrhundert im Exil in den Niederlanden lebten, die Technik der Buttersaucen perfektionierten. Die Niederlande waren damals berühmt für ihre Butterqualität. Und was braucht man für eine gute Hollandaise? Richtig, Butter! Diese Köche sollen also die "Sauce Isigny" genommen und mit der hervorragenden holländischen Butter zu etwas Neuem geformt haben. Sozusagen eine kulinarische Rettungsaktion im Exil.
Andere sagen, die Sauce sei nach dem Ersten Weltkrieg nach Holland benannt worden, als die Butter aus der Normandie rar war und man auf holländische Butter zurückgreifen musste. Klingt plausibel, oder?
Wieder andere behaupten steif und fest: Die Sauce Hollandaise ist eine reine Erfindung französischer Köche. Punkt. Aus. Ende der Diskussion. Die Holländer hatten damit nichts zu tun. Gar nichts!
Eine Sauce mit vielen Vätern (und Müttern?)
Fest steht: Der Name "Sauce Hollandaise" tauchte erstmals im 19. Jahrhundert in französischen Kochbüchern auf. Und zwar nicht als "Sauce Isigny", sondern als etwas Eigenständiges. Ein bisschen wie ein Teenager, der sich von seinen Eltern abnabelt.
Die französische Küche, bekannt für ihre präzisen Definitionen und Regeln, hat die Hollandaise schließlich standardisiert. Die Zutaten? Butter, Eigelb, Zitrone (oder Essig) und Salz. Und natürlich jede Menge Geduld und Fingerspitzengefühl, damit die Sauce nicht gerinnt. Das ist nämlich der Moment, in dem der ambitionierte Hobbykoch in Tränen ausbricht.
Die Sauce Hollandaise ist also ein bisschen wie ein Scheidungskind. Sie hat französische Wurzeln, aber vielleicht auch holländische Einflüsse. Und vielleicht hat sie auch noch ein paar andere "Eltern" in irgendeiner dunklen Ecke der Kochgeschichte.
Egal, wo sie jetzt genau herkommt, eines ist sicher: Sie ist unglaublich lecker! Ob zu Spargel, Eiern Benedict, Fisch oder Gemüse – die Sauce Hollandaise ist ein wahrer Alleskönner. Und sie ist so raffiniert einfach, dass man sie fast schon als kulinarisches Wunder bezeichnen könnte.
Also, das nächste Mal, wenn ihr eine Sauce Hollandaise genießt, denkt an die verworrene Geschichte ihrer Herkunft. An die französischen Köche, die holländische Butter, die normannische Sauce Isigny und die vielen anderen, die vielleicht irgendwie, irgendwo, irgendwann an ihrer Entstehung beteiligt waren. Und prost! Auf eine Sauce mit vielen Vätern (und Müttern?).
"Die Wahrheit ist, dass niemand genau weiß, woher die Sauce Hollandaise wirklich kommt. Aber das ist ja auch egal, solange sie schmeckt!" - Ein weiser Koch
Und falls ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst eine Hollandaise zu zaubern: Keine Angst! Es ist einfacher als es aussieht. Einfach ganz viel Butter, gute Eier und eine Prise Zuversicht. Und wenn sie doch gerinnt: Keine Panik! Einfach ein bisschen kaltes Wasser dazugeben und kräftig rühren. So, jetzt aber ran an den Herd! Viel Spaß beim Kochen und Genießen! Und denkt dran: Auch eine misslungene Hollandaise schmeckt besser als keine. Vor allem, wenn man sie mit einem Löffel direkt aus dem Topf isst.
Guten Appetit!
