Wolfgang Borchert Nachts Schlafen Die Ratten Doch Inhaltsangabe
Willkommen in Hamburg! Oder vielleicht planst du gerade deinen ersten Trip in diese wunderschöne Stadt? Abgesehen von Hafenrundfahrten, Fischbrötchen und dem pulsierenden Nachtleben auf der Reeperbahn, hat Hamburg auch eine reiche literarische Geschichte. Und mitten drin: Wolfgang Borchert, ein Sohn der Stadt, dessen Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ ein Spiegelbild der Nachkriegszeit darstellt. Aber keine Angst, das ist keine trockene Deutschstunde! Wir machen das Ganze zugänglich und zeigen, warum diese Geschichte auch heute noch relevant ist, selbst wenn du nur ein paar Tage hier bist.
Wolfgang Borchert: Ein Hamburger Junge mit einer starken Stimme
Bevor wir in die Geschichte eintauchen, ein paar Worte zu Wolfgang Borchert selbst. Geboren 1921 in Hamburg, erlebte er die Schrecken des Zweiten Weltkriegs hautnah. Diese Erfahrungen prägten sein Leben und sein Werk. Borchert starb jung, 1947, nur kurz nach dem Krieg. Trotz seines kurzen Lebens hinterließ er ein beeindruckendes literarisches Erbe, das sich vor allem mit den Themen Krieg, Verlust, Hoffnungslosigkeit und der Suche nach Menschlichkeit auseinandersetzt. Seine Sprache ist direkt, ehrlich und oft von einer tiefen Melancholie durchzogen. „Nachts schlafen die Ratten doch“ ist eines seiner bekanntesten Werke und ein typisches Beispiel für seine eindringliche Art zu schreiben.
„Nachts schlafen die Ratten doch“: Eine Zusammenfassung
Die Kurzgeschichte spielt in den Ruinen einer deutschen Stadt, vermutlich Hamburg, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Protagonist ist der neunjährige Jürgen. Er bewacht einen Haufen Ziegelsteine.
Die Suche nach Kohlen
Jürgen sitzt also inmitten der Trümmer und hält Wache. Der Grund: Er hat entdeckt, dass sich unter den Ziegelsteinen ein totes Baby befindet. Er bewacht es, um zu verhindern, dass Ratten an dem Leichnam fressen. Er kennt das Problem, denn er hat bereits erlebt, wie Ratten andere Leichen verscharrt und angefressen haben. Die Angst vor diesen Tieren, die in den Ruinen umherstreifen, ist greifbar.
Begegnung mit dem älteren Mann
Eines Abends trifft Jürgen auf einen älteren Mann, der ihn anspricht. Der Mann ist freundlich und versucht, Jürgen zu verstehen. Er fragt, warum Jürgen dort sitzt und friert. Jürgen ist misstrauisch, erzählt aber schließlich von dem toten Baby und seiner Angst vor den Ratten.
Ein Hoffnungsschimmer
Der ältere Mann ist berührt von Jürgens Geschichte. Er versucht, ihm Trost zu spenden und ihm die Angst zu nehmen. Er erklärt Jürgen, dass „Nachts schlafen die Ratten doch“. Zuerst glaubt Jürgen ihm nicht, aber der Mann wiederholt es und überzeugt ihn allmählich. Er erzählt Jürgen von anderen Dingen, die es im Leben gibt, von der Möglichkeit, dass die Welt eines Tages wieder besser wird. Der Mann schenkt Jürgen ein Kaninchen, um das er sich kümmern soll. Dies ist eine symbolische Geste, die für Neuanfang und Hoffnung steht.
Die Bedeutung des Titels
Der Titel "Nachts schlafen die Ratten doch" ist mehrdeutig. Einerseits suggeriert er tatsächlich, dass die Ratten nachts ruhen und Jürgen sich keine Sorgen machen muss. Andererseits kann er aber auch als tröstende Lüge interpretiert werden. Der Mann versucht, Jürgen von seiner Angst und seinem Trauma abzulenken, indem er ihm etwas erzählt, das er glauben kann und ihm ein Stück Frieden gibt.
Warum ist die Geschichte wichtig?
„Nachts schlafen die Ratten doch“ ist nicht einfach nur eine Geschichte über einen Jungen in den Trümmern. Sie ist eine Geschichte über die Auswirkungen des Krieges auf die Menschen, insbesondere auf Kinder. Sie zeigt die Zerstörung, die Angst und die Hoffnungslosigkeit, die die Nachkriegszeit prägten. Aber sie ist auch eine Geschichte über Menschlichkeit, Mitgefühl und die Suche nach einem Funken Hoffnung in den dunkelsten Zeiten. Der ältere Mann, der Jürgen begegnet, verkörpert diese Menschlichkeit. Er ist ein Fremder, aber er nimmt sich die Zeit, Jürgen zuzuhören, ihn zu verstehen und ihm Trost zu spenden.
Die Geschichte ist auch heute noch relevant, weil sie uns daran erinnert, wie wichtig es ist, aufeinander zu achten und den Schwächsten in der Gesellschaft zu helfen. Sie erinnert uns daran, dass auch in den schwierigsten Zeiten Hoffnung und Mitgefühl möglich sind. Und sie ist eine Mahnung, dass Krieg und Zerstörung niemals die Lösung sein können.
Wo du Borcherts Geist in Hamburg spüren kannst
Auch wenn es kein Wolfgang-Borchert-Museum im klassischen Sinne gibt, kannst du in Hamburg einige Orte finden, die mit seinem Leben und Werk verbunden sind:
- Borcherts Geburtshaus: Es steht noch immer in Hamburg-Eppendorf (Tarpenbekstraße). Auch wenn es nicht öffentlich zugänglich ist, kann man zumindest vor dem Haus stehen und sich vorstellen, wie Borchert hier seine Kindheit verbracht hat.
- Das Ohnsorg-Theater: Hier wurden einige seiner Stücke aufgeführt. Auch wenn das Theater primär plattdeutsche Stücke zeigt, lohnt sich ein Besuch, um die Hamburger Theaterkultur zu erleben.
- Die Ruinenlandschaft der St. Nikolai Kirche: Die Ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten St. Nikolai Kirche ist ein Mahnmal und erinnert an die Zerstörung, die Borchert in seinen Werken beschreibt.
- Hamburger Friedhöfe: Viele der Friedhöfe in Hamburg sind sehr alt und erzählen Geschichten. Hier findet man auch Gräber von Menschen, die im Krieg gefallen sind oder an dessen Folgen gestorben sind. Ein Besuch kann helfen, die Atmosphäre der Nachkriegszeit besser zu verstehen.
Wie die Geschichte deinen Hamburg-Besuch bereichern kann
Warum solltest du dich also mit „Nachts schlafen die Ratten doch“ beschäftigen, während du Hamburg erkundest? Hier sind ein paar Gründe:
- Ein tieferes Verständnis der Stadt: Die Geschichte vermittelt ein Gefühl für die Atmosphäre der Nachkriegszeit in Hamburg. Sie hilft dir, die Stadt mit anderen Augen zu sehen und die Narben des Krieges zu erkennen, die noch immer sichtbar sind.
- Eine Verbindung zur Hamburger Kultur: Borchert ist ein wichtiger Teil der Hamburger Kulturgeschichte. Indem du seine Werke liest, tauchst du tiefer in die Identität der Stadt ein.
- Ein Anstoß zum Nachdenken: Die Geschichte regt zum Nachdenken über wichtige Themen wie Krieg, Frieden, Menschlichkeit und Hoffnung an. Sie kann deinen Hamburg-Besuch zu einer bereichernden Erfahrung machen.
- Eine literarische Entdeckung: Borcherts Sprache ist kraftvoll und eindringlich. Die Geschichte ist kurz, aber sie bleibt im Gedächtnis. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, die deutsche Nachkriegsliteratur kennenzulernen.
Fazit: Mehr als nur Sightseeing
Hamburg hat viel zu bieten: beeindruckende Architektur, ein aufregendes Nachtleben und natürlich den Hafen. Aber vergiss nicht, dass die Stadt auch eine reiche Geschichte hat, die von Krieg und Zerstörung geprägt ist. Die Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ von Wolfgang Borchert ist ein kleines, aber kraftvolles Fenster in diese Vergangenheit. Indem du dich mit dieser Geschichte auseinandersetzt, kannst du deinen Hamburg-Besuch um eine bedeutungsvolle Dimension erweitern und die Stadt mit neuen Augen sehen. Also, schnapp dir ein Exemplar der Geschichte (oder lies sie online) und lass dich von Borcherts Worten berühren. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du ja sogar den Geist Borcherts in einer stillen Ecke der Stadt wieder. Viel Spaß bei deiner Entdeckungstour durch Hamburg!
Wir hoffen, dieser Artikel hat dir geholfen, „Nachts schlafen die Ratten doch“ und die Bedeutung von Wolfgang Borchert für Hamburg besser zu verstehen. Genieße deinen Aufenthalt und entdecke die vielen Facetten dieser faszinierenden Stadt!
