Woyzeck Märchen Der Großmutter
Okay, Leute, mal ehrlich. Wir alle lieben doch Märchen, oder? Rotkäppchen, Aschenputtel, die ganze Bandbreite. Aber habt ihr euch jemals gefragt, was passiert, wenn ein Märchen... nun ja, *echt* deprimierend wird?
Willkommen in der Welt von Woyzeck!
Klar, kennen wir Woyzeck. Der arme Kerl. Aber lasst uns mal kurz die berühmt-berüchtigte "Märchen der Großmutter"-Szene genauer betrachten. Ich wage zu behaupten: Ist das nicht das deprimierendste Märchen *aller Zeiten*?
Moment mal, bevor ihr mich steinigt: Ich verstehe, es ist Büchners Art, die soziale Ungerechtigkeit zu zeigen. Woyzeck ist ein Opfer. Bla bla bla. Aber mal ehrlich, selbst wenn man all das beiseite lässt, ist die Geschichte, die die Großmutter da erzählt, einfach nur...brutal!
Denkt mal drüber nach. Es geht um ein armes Kind, das feststellt, dass die ganze Welt doof ist. Die Sonne ist faul, der Mond ist verfault, und die Sterne sind nur kleine goldene Mücken. Willkommen in der existentialistischen Krise für Kinder!
Und dann kommt der Clou: Das Kind rennt weg, um sich in einem Sarg zu verstecken. Ein Sarg! Ist das euer typisches Happy-End-Märchen? Ich glaube nicht!
Viele sagen, es spiegelt Woyzecks eigene Perspektive wider. Total kaputt. Die Welt ist schlecht. Es gibt keine Hoffnung. Okay, verstanden. Aber trotzdem! Ich meine, kann man nicht mal *ein* bisschen Positivität reinbringen? Irgendwas?
Und was ist mit den anderen Märchen?
Schneewittchen wird von Zwergen gerettet. Rapunzel findet ihren Prinzen. Selbst Hänsel und Gretel entkommen der Hexe. Aber das Kind in Woyzecks Märchen? Tja, es versteckt sich in einem Sarg. Das ist so...entmutigend.
Ich meine, selbst *Grimms Märchen* sind im Vergleich dazu fröhliche Gute-Laune-Partys! Klar, da gibt es auch grausame Szenen, aber am Ende siegt meistens das Gute. In Woyzecks Version? Nicht so wirklich.
“Es war einmal ein arm Kind und hatt’ keinen Vater und keine Mutter, war alles tot, und war niemand mehr auf der Welt, alles tot, und es ging hin und suchte Tag und Nacht. Und weil niemand mehr auf der Erd’ war, so wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckte es so freundlich an; und wie es endlich zum Mond kam, war es ein Stück faul Holz, und da ging es zur Sonne, und wie es zur Sonne kam, war’s ein verwelkt Sonnenblum.” - Die Großmutter
Versteht mich nicht falsch. Ich finde, Woyzeck ist ein wichtiges Stück Literatur. Und die "Märchen der Großmutter"-Szene ist definitiv wirkungsvoll. Aber ich kann einfach nicht anders, als mich zu fragen: War es wirklich nötig, ein Märchen so extrem düster zu gestalten?
Meine (leicht) unpopuläre Meinung
Ich behaupte mal, Büchner hat sich hier ein bisschen zu sehr ins Zeug gelegt. Wir haben es verstanden. Die Welt ist scheiße. Aber muss man das wirklich mit einem Märchen für Erwachsene (oder sollte ich sagen: für verzweifelte Erwachsene?) verdeutlichen?
Vielleicht bin ich ja einfach zu optimistisch. Vielleicht bin ich zu sehr an Disney-Enden gewöhnt. Aber ich finde, selbst in den dunkelsten Geschichten sollte es einen kleinen Hoffnungsschimmer geben. Und in Woyzecks Märchen? Da ist nur ein Sarg. Und das ist einfach nur traurig.
Also, was meint ihr? Bin ich verrückt? Oder ist das "Märchen der Großmutter" wirklich das deprimierendste Märchen aller Zeiten? Lasst es mich wissen!
P.S. Wenn jemand eine Happy-End-Version dieses Märchens schreiben möchte, wäre ich sehr dankbar. Vielleicht mit einem Einhorn und einem Regenbogen? Nur so eine Idee.
