Wusa Reib Die Wut In Die Wüste
Stellt euch vor: Ihr habt einen richtig miesen Tag. Der Kaffee ist übergelaufen, der Bus hat euch vor der Nase weggezogen, und dann hat der Chef auch noch was zu meckern gefunden. Was macht man da? Frust-Shopping? Ein Eis? In Deutschland gibt es da eine – sagen wir mal – etwas unkonventionellere Lösung.
Wusa Reib Die Wut In Die Wüste: Ein ungewöhnliches Hobby
Ich rede von "Wusa Reib Die Wut In Die Wüste" – und ja, das ist der offizielle Name. Klingt verrückt? Ist es vielleicht auch ein bisschen. Aber genau das macht es so liebenswert. Im Grunde geht es darum, alte Autos – bevorzugt Schrottkisten – in einer sicheren Umgebung (meistens ein altes Militärgelände oder ähnliches) mit purer Muskelkraft zu zerlegen. Und zwar mit allem, was man so findet: Vorschlaghammer, Brecheisen, Äxte – die volle Breitseite der Zerstörungswut.
Warum alte Autos und warum die Wüste (oder so ähnlich)?
Nun, die "Wüste" ist natürlich nicht die Sahara. Eher ein staubiger Platz, wo Autos ihr trauriges Ende finden. Aber der Name ist Programm: Es geht darum, Dampf abzulassen, sich von Ballast zu befreien, die Wut raus zu lassen. Und was eignet sich da besser als ein ausrangiertes Auto? Es ist ein Objekt, das keine Gefühle hat (zumindest hoffentlich nicht!), und man kann es nach Herzenslust bearbeiten, ohne jemandem weh zu tun.
Das Ganze ist nicht einfach nur sinnlose Zerstörung. Oft wird es mit einem kleinen Event verbunden. Musik, Grillen, Lagerfeuer. Ein bisschen wie ein Schützenfest für Aggressionen. Man trifft Leute, die auch mal einen schlechten Tag hatten oder einfach nur Spaß am Zerstören haben (zugegeben, den Trieb hat ja irgendwie jeder von uns ein bisschen). Es ist eine Art von Therapie, nur eben mit mehr Lärm und weniger Couch.
"Es ist wie eine Katharsis. Du gehst rein mit all dem Frust und kommst raus, fühlst dich leer und befreit,"
… hat mir mal ein Teilnehmer erzählt, der regelmäßig dabei ist. Und ich glaube, das trifft es ganz gut. Es ist eine Möglichkeit, negative Energie in etwas Positives umzuwandeln – oder zumindest in etwas weniger Negatives.
Sicherheit geht vor, natürlich!
Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, mit dem eigenen Auto in den Wald zu fahren und loszulegen: Stop! Sicherheit ist oberstes Gebot bei diesen Events. Es gibt klare Regeln, Schutzkleidung ist Pflicht, und die Veranstalter achten penibel darauf, dass niemand zu Schaden kommt. Es geht schließlich darum, Stress abzubauen, nicht sich selbst oder andere zu verletzen.
Oft werden die Autos auch vorher von gefährlichen Stoffen wie Öl und Benzin befreit. Es soll ja niemand durch auslaufende Flüssigkeiten zu Schaden kommen oder die Umwelt belasten. Das ist wichtig, denn auch wenn es ums Austoben geht, sollte man verantwortungsbewusst handeln.
Mehr als nur Zerstörung: Die Gemeinschaft
Was "Wusa Reib Die Wut In Die Wüste" so besonders macht, ist aber nicht nur das Zerstören an sich, sondern auch die Gemeinschaft, die sich darum gebildet hat. Es sind Leute aus allen möglichen Bereichen, die sich hier treffen, um gemeinsam Spaß zu haben und sich gegenseitig zu unterstützen. Man hilft sich beim Zerlegen der Autos, tauscht sich über die besten Techniken aus (ja, auch das gibt es!) und feiert am Ende des Tages gemeinsam die geschaffte Arbeit.
Und manchmal, ganz heimlich, wird aus den Überresten der Autos sogar noch etwas Neues geschaffen. Künstler verwenden die Einzelteile für Skulpturen, Bastler bauen verrückte Gadgets daraus, und andere verkaufen die brauchbaren Teile an Schrotthändler. So wird aus Schrott doch noch etwas Wertvolles – im wahrsten Sinne des Wortes.
Also, wenn ihr das nächste Mal einen richtig blöden Tag habt, überlegt euch, ob ihr nicht mal bei "Wusa Reib Die Wut In Die Wüste" vorbeischauen wollt. Vielleicht ist es ja genau das, was ihr braucht, um euren Frust loszuwerden und mit einem Lächeln nach Hause zu gehen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ja sogar euer neues Lieblingshobby!
Oder, wenn das nicht euer Fall ist: Ein Eis tut's ja vielleicht auch. Hauptsache, es geht euch danach besser.
