Zitate Sturm Und Drang
Stell dir vor, es ist das 18. Jahrhundert, und die jungen Leute haben die Nase voll von Regeln. Voller Perücken, steifen Korsetts und elitärem Gehabe. Sie wollen fühlen, schreien, lieben und leiden – und das alles mit voller Wucht! Willkommen im Sturm und Drang, einer Bewegung, die so wild war, dass sie fast ein bisschen peinlich ist, wenn man sie heute betrachtet. Aber genau das macht sie so liebenswert.
"Goethe? War da nicht was mit Leiden?"
Klar, jeder kennt Goethe. Aber wer hat „Die Leiden des jungen Werther“ wirklich gelesen? (Seien wir ehrlich, wahrscheinlich die wenigsten.) Das Buch war der absolute Knaller damals. Ein junger Mann verliebt sich unsterblich, wird abgewiesen und… naja, bringt sich um. Dunkel, dramatisch, und unglaublich einflussreich. Es löste eine regelrechte Werther-Welle aus: junge Männer kleideten sich wie Werther, lasen Werther und… versuchten, Werther zu sein. (Gott sei Dank begingen nicht alle Selbstmord.)
Aber warum fanden das alle so toll? Weil Werther fühlte! Er war authentisch! Er ließ sich nicht von Konventionen unterdrücken! (Obwohl man argumentieren könnte, dass ein bisschen Konventionen ihm vielleicht ganz gutgetan hätten…) Aber das ist ja der Punkt: Der Sturm und Drang war eine Rebellion gegen die Vernunft und für das Gefühl. Stell dir vor, du darfst endlich mal all deine Emotionen rauslassen, ohne dass dir jemand sagt, du sollst dich zusammenreißen!
Ein Zitat von Goethe, das die Essenz des Sturm und Drang wunderbar einfängt, ist:
„Alles geben die Götter, die unendlichen, / Ihren Lieblingen ganz, / Alle Freuden, die unendlichen, / Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.“
Das ist schon ziemlich heavy, oder? Aber es zeigt, dass die Stürmer und Dränger das Leben in vollen Zügen wollten – mit allem, was dazugehört.
Schiller: Der Rebell mit Stil
Neben Goethe war Schiller eine weitere wichtige Figur des Sturm und Drang. Auch er hatte die Nase voll von Autoritäten und Ungerechtigkeit. Sein Drama „Die Räuber“ ist ein Paradebeispiel für die rebellische Haltung der Bewegung. Karl Moor, der Held des Stücks, wird von seinem Vater ungerecht behandelt und schließt sich daraufhin einer Räuberbande an. Er will die Welt verbessern, aber auf seine eigene, radikale Art und Weise.
Ein bekanntes Zitat aus „Die Räuber“ lautet:
„Ein Mann muss handeln nach seinem Gefühl. Das Herz irrt nie.“
Wieder dieses Gefühl! Und wieder dieser Appell an die Individualität. Die Stürmer und Dränger wollten sich nicht von irgendwelchen Regeln vorschreiben lassen, was richtig und falsch ist. Sie wollten selbst entscheiden.
Aber mal ehrlich, manchmal gingen sie auch ein bisschen zu weit. „Die Räuber“ ist voll von Pathos und Übertreibung. Karl Moor ist zwar ein Held, aber auch ein ziemlicher Hitzkopf. Und seine Räuberbande ist auch nicht gerade die netteste Gesellschaft. Aber genau das macht das Stück so spannend: Es zeigt die Extreme, zu denen man gelangen kann, wenn man sich nur von seinen Gefühlen leiten lässt.
"Humor? Im Sturm und Drang? Echt jetzt?"
Ja, tatsächlich! Auch wenn der Sturm und Drang oft mit Leiden und Dramatik assoziiert wird, gab es auch durchaus humorvolle Momente. Die Ironie der ganzen Bewegung liegt ja auch darin, dass sich diese jungen, wilden Genies so unglaublich ernst nahmen. Stell dir vor, wie sie da saßen, in ihren dunklen Klamotten, mit ihren wirren Haaren und ihren finsteren Blicken, und über die Ungerechtigkeit der Welt philosophierten. Das ist schon ein bisschen komisch, oder?
Und natürlich gab es auch satirische Werke, die die Übertreibungen des Sturm und Drang aufs Korn nahmen. Aber auch in den ernsten Werken blitzt immer wieder ein Augenzwinkern durch. Denn letztendlich waren die Stürmer und Dränger ja auch nur junge Leute, die ihren Platz in der Welt suchten. Und dabei haben sie eben manchmal ein bisschen übertrieben.
Manchmal muss man sich einfach vorstellen, wie die Damen und Herren des Adels wohl reagiert haben, als sie diese Werke sahen. Die Vorstellung ist herrlich: empörte Blicke, fallengelassene Operngläser und ein allgemeines Gefühl von "Was zur Hölle geht hier vor?!".
Die Nachwirkungen: Ein bisschen Sturm und Drang steckt in uns allen
Auch wenn der Sturm und Drang nur eine kurze Epoche war, hat er die deutsche Literatur nachhaltig beeinflusst. Er hat den Weg für die Romantik geebnet und die Bedeutung des Gefühls und der Individualität in den Vordergrund gerückt. Und auch heute noch steckt ein bisschen Sturm und Drang in uns allen.
Wer hat nicht schon mal das Gefühl gehabt, dass die Welt ungerecht ist? Wer hat nicht schon mal davon geträumt, aus den Konventionen auszubrechen und sein eigenes Ding zu machen? Wer hat nicht schon mal eine unglückliche Liebe erlebt und sich gefühlt, als würde die Welt untergehen? Der Sturm und Drang hat uns gezeigt, dass diese Gefühle normal sind und dass es in Ordnung ist, sie auszuleben – solange man es nicht übertreibt.
Also, das nächste Mal, wenn du dich von deinen Emotionen überwältigt fühlst, denk an Goethe, Schiller und die anderen Stürmer und Dränger. Und lass es raus! Aber vielleicht nicht gerade in Form eines Selbstmords. Es gibt ja auch noch Eiscreme.
