Zusammenfassung Von Romeo Und Julia
Romeo und Julia, William Shakespeares berühmteste Tragödie, erzählt die Geschichte zweier junger Liebender aus verfeindeten Familien, deren Liebe in einer Katastrophe endet. Hier ist eine detaillierte Zusammenfassung des Stücks:
Akt 1: Einführung und Verfeindung
Die Geschichte beginnt in Verona, Italien, wo eine lange und erbitterte Feindschaft zwischen den Familien Montague und Capulet herrscht. Öffentliche Schlägereien zwischen den Anhängern der beiden Häuser sind an der Tagesordnung.
Am Anfang des Stücks kommt es zu einem solchen Kampf zwischen den Dienern der Montagues (Abraham und Balthasar) und den Dienern der Capulets (Samson und Gregory). Benvolio Montague, ein Neffe von Lord Montague und Romeos Cousin, versucht, den Frieden zu stiften, wird aber von Tybalt Capulet, Julias Cousin, in den Kampf verwickelt. Der Kampf wird erst durch das Eingreifen des Prinzen von Verona beendet, der droht, jeden, der den Frieden erneut stört, mit dem Tode zu bestrafen.
Romeo Montague, der Sohn von Lord und Lady Montague, ist zu Beginn des Stücks unglücklich und melancholisch, da er unglücklich in Rosaline verliebt ist, die seine Zuneigung nicht erwidert. Benvolio versucht, Romeo aufzuheitern und ihn davon zu überzeugen, andere Frauen anzusehen.
Lord Capulet plant ein Fest, um seine Tochter Julia, die fast vierzehn Jahre alt ist, mit dem wohlhabenden Grafen Paris bekannt zu machen, der um ihre Hand anhält. Er hofft, dass Julia Gefallen an Paris finden und ihn heiraten wird.
Romeo und Benvolio erfahren von dem Fest durch einen Diener der Capulets, der nicht lesen kann und Romeo bittet, die Einladung vorzulesen. Benvolio überredet Romeo, das Fest zu besuchen, um Rosaline zu sehen, die auch eingeladen ist. Benvolios Absicht ist es, dass Romeo andere schöne Frauen sieht und Rosaline vergisst. Romeo willigt ein, in der Hoffnung, Rosaline wiederzusehen.
Julia wird von ihrer Mutter, Lady Capulet, und ihrer Amme auf das Fest vorbereitet. Lady Capulet ermutigt Julia, Paris auf dem Fest wohlwollend zu betrachten und sich vorzustellen, ihn zu heiraten.
Akt 2: Liebe und Ehe
Romeo betritt das Fest der Capulets in Maske. Dort erblickt er Julia und verliebt sich auf der Stelle in sie. Er vergisst sofort Rosaline.
Tybalt erkennt Romeo an seiner Stimme und ist wütend, dass ein Montague sich auf das Fest der Capulets gewagt hat. Lord Capulet verbietet Tybalt jedoch, Romeo anzugreifen, da er keine Unruhe auf seinem Fest will.
Romeo und Julia begegnen sich und tauschen zärtliche Worte und Küsse aus, ohne zu wissen, dass sie aus verfeindeten Familien stammen. Erst nachdem sie sich getrennt haben, erfahren sie durch ihre jeweiligen Ammen und Gefährten die wahre Identität des anderen. Trotz dieser Erkenntnis ist ihre Liebe zueinander stark und unerschütterlich.
Nach dem Fest schleicht sich Romeo in den Garten der Capulets und trifft dort Julia auf ihrem Balkon. Sie gestehen sich gegenseitig ihre Liebe. Sie beschließen, heimlich zu heiraten.
Romeo sucht Bruder Lorenzo auf, einen Franziskanermönch, und bittet ihn, die Trauung zu vollziehen. Bruder Lorenzo willigt ein, in der Hoffnung, dass die Ehe zwischen Romeo und Julia die Feindschaft zwischen den Montagues und Capulets beenden könnte.
Romeo und Julia heiraten heimlich in Bruder Lorenzos Zelle. Nur die Amme Julias ist Zeugin der Zeremonie und hilft Julia, sich mit Romeo zu treffen.
Akt 3: Konflikt und Verbannung
Tybalt, immer noch wütend über Romeos Anwesenheit auf dem Fest, trifft auf Romeo und fordert ihn zum Duell heraus. Romeo, der nun Julias Cousin ist, weigert sich zu kämpfen, da er Tybalt nicht verletzen will. Mercutio, Romeos Freund, ist empört über Romeos Feigheit und nimmt den Kampf gegen Tybalt auf.
Im Verlauf des Kampfes wird Mercutio von Tybalt tödlich verwundet. Im Sterben verflucht Mercutio die beiden Familien mit den Worten "Eine Pest auf eure beiden Häuser!".
Romeo, von Wut und Trauer überwältigt, rächt Mercutios Tod, indem er Tybalt tötet.
Der Prinz von Verona trifft ein und verkündet, dass Romeo für den Mord an Tybalt aus Verona verbannt wird. Wäre er gefasst worden, würde er hingerichtet. Dies ist eine harte Strafe, aber immerhin wird Romeos Leben verschont.
Julia erfährt von Tybalts Tod und Romeos Verbannung. Sie ist verzweifelt, da sie ihren Cousin verloren hat und ihr Ehemann, den sie liebt, verbannt wurde.
Bruder Lorenzo verspricht Romeo, dass er einen Plan entwickeln wird, um die Ehe bekannt zu machen und Romeo zurück nach Verona zu holen.
Lord Capulet, in dem Glauben, dass Julia über Tybalts Tod trauert, beschließt, sie aufzuheitern, indem er ihre Hochzeit mit Paris beschleunigt. Er plant, dass die Hochzeit am nächsten Donnerstag stattfinden soll.
Julia weigert sich, Paris zu heiraten, da sie bereits mit Romeo verheiratet ist. Ihr Vater ist außer sich vor Wut und droht, sie zu verstoßen, wenn sie sich weigert, seinem Wunsch zu folgen.
Julia sucht Rat bei ihrer Amme, aber diese rät ihr, Paris zu heiraten und Romeo zu vergessen, da er ohnehin verbannt ist. Julia fühlt sich von der Amme verraten und wendet sich an Bruder Lorenzo, um Hilfe zu erhalten.
Akt 4: Der Plan
Julia sucht Bruder Lorenzo auf und droht, sich das Leben zu nehmen, wenn er ihr nicht hilft. Bruder Lorenzo entwickelt einen riskanten Plan, um Julia vor der Heirat mit Paris zu bewahren und Romeo zurückzubringen.
Bruder Lorenzo gibt Julia einen Schlaftrunk, der sie in einen todesähnlichen Zustand versetzt, der 42 Stunden andauern soll. Sie soll ihn am Mittwochabend einnehmen. Am Donnerstagmorgen, wenn Paris kommt, um sie zu wecken, werden sie sie tot auffinden.
Bruder Lorenzo verspricht, Romeo durch einen Boten (Bruder Johannes) von dem Plan zu informieren, damit Romeo nach Verona zurückkehren und Julia aus dem Familiengrab befreien kann, sobald sie erwacht. Dann könnten sie gemeinsam fliehen.
Julia kehrt nach Hause zurück und entschuldigt sich bei ihrem Vater für ihren Ungehorsam. Sie willigt ein, Paris zu heiraten. Lord Capulet ist erfreut und verlegt die Hochzeit auf den nächsten Tag, Mittwoch.
Julia, allein in ihrem Zimmer, nimmt den Schlaftrunk. Sie hat Angst, dass der Trank nicht wirkt, oder dass sie im Grab erstickt, bevor Romeo sie befreien kann, aber sie überwindet ihre Angst und trinkt ihn.
Am Morgen finden die Capulets Julia scheinbar tot in ihrem Bett. Die Hochzeitsvorbereitungen werden in Trauer umgewandelt.
Akt 5: Tragisches Ende
Bruder Johannes erreicht Romeo in Mantua nicht, da er aufgrund einer Seuche in einem Quarantänehaus festgehalten wird. Daher erhält Romeo keine Nachricht von dem Plan. Balthasar, Romeos Diener, erreicht Romeo stattdessen und berichtet ihm, dass Julia tot ist.
Romeo, untröstlich über Julias vermeintlichen Tod, beschließt, nach Verona zurückzukehren und sich in Julias Grab das Leben zu nehmen. Er kauft von einem Apotheker ein tödliches Gift.
Romeo bricht in das Familiengrab der Capulets ein. Dort trifft er auf Paris, der Julia ebenfalls betrauert. Paris versucht, Romeo zu verhaften, da er glaubt, dass Romeo das Grab schändet. Romeo tötet Paris im Kampf.
Romeo sieht Julia leblos in ihrem Sarg liegen. Er küsst sie ein letztes Mal, trinkt das Gift und stirbt.
Bruder Lorenzo kommt am Grab an, kurz nachdem Romeo gestorben ist. Julia erwacht aus ihrem todesähnlichen Schlaf. Sie sieht Romeo tot neben sich liegen.
Bruder Lorenzo versucht, Julia aus dem Grab zu bringen, da er Geräusche hört. Julia weigert sich jedoch zu gehen. Sie entdeckt das Gift auf Romeos Lippen und versteht, was passiert ist. Da kein Gift mehr übrig ist, nimmt sie Romeos Dolch und ersticht sich damit.
Die Wachen finden die Leichen von Paris, Romeo und Julia im Grab. Der Prinz, die Montagues und die Capulets eilen zum Ort des Geschehens.
Bruder Lorenzo erzählt die ganze Geschichte der verbotenen Liebe von Romeo und Julia und seinen Plan. Balthasar bestätigt Bruder Lorenzos Bericht. Der Brief, den Romeo an seinen Vater geschrieben hatte, bestätigt auch die Wahrheit der Ereignisse.
Lord Montague und Lord Capulet, überwältigt von Trauer und Schuld, versöhnen sich schließlich und beenden ihre lange Feindschaft. Lord Montague verspricht, eine goldene Statue von Julia zu errichten, und Lord Capulet will eine Statue von Romeo daneben stellen.
Der Prinz von Verona schließt mit den berühmten Worten: "Denn niemals gab es ein so herbes Los als Julias und ihres Romeos."
